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Hans Ebel
Forschungsthemen
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1. Regulation von Na+-abhängigem Soluttransport durch physiko-chemische Parameter
Ziel der Untersuchungen unserer Arbeitsgruppe ist die Frage, inwieweit der Na+-abhängige Soluttransport in Bürstensaummembranen von Epithelien, z.B. von Niere und Darm durch physiko-chemische Parameter wie Membranfluidität und Membranoberflächenladung reguliert werden kann. In früheren Untersuchungen hatten wir gezeigt, daß der Na+-D-Glucose-Transport von Bürstensaummembran Vesikeln aus Darm und Niere eng mit der Membranfluidität verknüpft ist: Eine Zunahme der Membranfluidität durch den Einbau von langkettigen ungesättigten Fettsäuren (LCUFA, Prototyp Oleat) bewirkt offensichtlich über eine Konformationsänderung des Transporterproteins eine Abnahme des Na+-abhängigen D-Glucosetransports aber eine Zunahme des Na+/H+-Austausches. Außerdem ist eine trans Na+-Hemmung (auf der Membraninnenseite) beteiligt.
Die gegenwärtigen Untersuchungen befassen sich mit zwei Fragestellungen.
2. Mg2+-Transport
Transmembranaler Mg2+-Transport
Über den Mechanismus des transmembranalen und transepithelialen Transportes von Mg2+ ist im Vergleich zu Na+ und K+ wenig bekannt. Dies liegt zum Teil daran, daß die meisten Zellen einen ziemlich geringen Austausch ihres Mg2+ haben und dieses nur abgeben, wenn durch Zerfall von ATP oder aus anderen Gründen die intrazelluläre freie Mg2+-Konzentration über den Normalwert ansteigt. An menschlichen Erythrocyten als Modellzelle für transmembranlen Mg2+-Transport sind unter physiologischen Bedingungen die meßbaren Mg2+-Ausflußraten nur klein; daher war es zum Erhalt von gut meßbaren Mg2+-Ausstromraten notwendig, diese massiv mit Mg2+ zu beladen. Dabei blieb unklar, ob der unter diesen Bedingungen zustande kommende Mg2+-Efflux den gleichen Mechanismen unterliegt wie unter physiologischen Bedingungen. Bisher wurde an Mg2+-beladenen menschlichen Erythrocyten gefunden, daß ein Teil des Mg2+ (rund 30%) über den Na+/Mg2+-Antiport transportiert wird, der aber nur in seinen Grundzügen charakterisiert wurde. Über den Mechanismus des Na+-unabhängigen Mg2+-Transports an diesen Mg2+-beladenen Zellen ist kaum etwas bekannt.
Die eigenen Untersuchungen haben zum Ziel, den Mechanismus des Mg2+-Auswärtstransportes und hier insbesonderen den Na+-unabhängigen Mg2+-Transport an Rattenerythrocyten zu untersuchen und mit dem von menschlichen Erythrocyten zu vergleichen. Die Erythrocyten von Ratten haben einen etwa 50 mal höheren Mg2+-Auswärtstransport als menschliche Erythrocyten, so daß auf die Mg2+-Beladung verzichtet werden kann, die möglicherweise über eine allosterische Konformationsänderung zu einer ganz wesentlichen Änderung der Eigenschaften des Mg2+-transportierenden Prozesses führt.
Transepithelialer Mg2+-Transport
In resorbierenden Epithelien wie Darm und Niere kann Mg2+ wie auch andere Solute passiv durch die tight junctions, aber in bestimmten Segmenten (Ileum, Colon im Darm und dicke aufsteigende Henle-Schleife in der Niere) wahrscheinlich auch transmembranal aufgenommen werden. In der Niere gibt es fundierte Hinweise auf einen transmembranalen, elektrogenen und Na+-unabhängigen Mg2+-Transport durch einen Kanal.
Am Darm ist es umstritten, ob Mg2+ ausschließlich über die tight junctions oder auch transmembranal aufgenommen wird. Wir haben an isolierten Bürstensaummembranen aus dem Kaninchen-Ileum zeigen können, daß es einen sättigbaren, elektroneutralen und anionensensitiven Mg2+-Transport gibt. Offen blieb, ob der Mg2+-Transport über ein Carrier oder durch einen Kanal erfolgt und welche Rolle die Anionen hierbei spielen.
Ziel der weiterführenden Untersuchungen der Arbeitsgruppe ist es, an isolierten Bürstensaummembranen des Kaninchen-Ileums den Einfluß von Anionen und damit verbunden auch von Protonen auf den Mg2+-Transportmechanismus näher zu charakterisieren. Da Mg2+ ähnlich wie Ca2+ wegen seiner starken positiven Ladung an negative Ladungen der Membranoberfläche bindet, kann man zur Untersuchung des Transportes nicht das gesamte Mg2+ z.B. mit der Atomabsorptionsmethode bestimmen. Stattdessen ist es notwendig, das freie Mg2+ intravesikulär zu bestimmen. Dies geht mit einer fluorometrischen Zwei-Wellenlängenmethode mit Mg-Fura2. Diese an intakten Zellen in vivo mittlerweile etablierte Methode wurde von uns erstmals auf isolierte Bürstensaummembranen in vitro erfolgreich übertragen.
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Messung von Transporten an isolierten Bürstensaum-Membranvesikeln von Dünndarm und Nierenrinde
Messung von Transporten an intakten Erythrocyten
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