Institut für Klinische Physiologie

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Ask your professor - Ausführliche Antwort

Frage von

Christoph H., Berlin  :

Wie muß man sich die Druck - und Strömungsverhältnisse innerhalb einer großen Anastomose vorstellen, wie z.B. die beiden Rami pubici zwischen A.obturatoria und A. epigastrica inferior? Im Bereich der Anastomose müßten ja die Druckwellen, Pulswelle etc. aufeinander stoßen, wobei ein solcher Bereich dann ja für Gefäßwanddefekte besonders anfällig sein müßte. Jedoch kann ich mir nur schwer vorstellen, daß der Organismus sich selbst in dem Maße "prädisponiert"!?!
Antwort von

A.R. Pries (Inst. f. Physiologie):


"Den hämodynamischen Größen Strömungsgeschwindigkeit, Druck, Schubspannung und Scherrate kommen beim Entstehungsmechanismus der Atherosklerose und der Herausbildung der subendothelialen Intimahyperplasie eine besondere Bedeutung zu. Aus der Sicht der Strömungsmechanik kommt es insbesondere an Krümmungen und Verzweigungen des arteriellen Systems zur Ausbildung von Staupunkten, Strömungsablösungen und Rückströmungen." ... soweit ein Web-Text des Ev. Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge, Berlin, Abt. für Gefäßchirurgie (KEH).

Diese Problematik wird, u.a. im KEH sowohl mit Strömungsmodellen als auch mit mathematischen Simulationen untersucht. Störungen der Strömungsmuster - mit erhöhtem Risiko für artherosclerotische Veränderungen - treten natürlicherweise besonders an Verzweigungen und Krümmungen und pathophysiologisch bei Änderungen der Geometrie, z.B. an Gefäßnähten, auf. In arterioarteriellen Anastomosen ist die Strömung gering. Mir ist nicht bekannt, daß die Besonderheiten der Druckpulswelle in derartigen Strukturen nachweislich eine Schädigung fördern (der natürlichen Problematik an Krümmungen und Verzweigungen kann der Körper kaum entgehen, wenn er das Blut transportieren und verteilen will). Sie könnten aber evtl. von den Kollegen am KEH, die auf diesem Gebiet forschen, eine fundiertere Antwort erhalten.

   

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