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Ask your professor - Ausführliche Antwort
| Frage von Torsten K. (Erfurt): |
Thema Eiweißaufnahme und die damit verbundene tägliche Dosis: Ich habe von Angaben gehört, die im Bereich von 1 g/kg/Tag liegen. Wie stellt sich der Zusammenhang mit einem Ausdauertraining und der Zufuhr der Eiweißmenge über Nahrungsergänzungsstoffe dar? Momentan nehme ich 40 g Eiweißpulver pro Trainingstag mit viel Flüssigkeit, damit die Muskeln im aeroben Bereich Fett verbrennen. Ist es ratsam, die Menge auf die oben Erwähnte von dann 90 g/kg/Tag zu erhöhen (Nierenbelastung)? |
| Antwort von Priv.-Doz. Olaf Strauss:
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Diese Frage richtig zu beantworten ist nicht leicht, da ich nicht weiß, welches Trainingsziel angestrebt wird und welche Trainingsumfänge bewältigt werden. Die Eiweißmenge sollte sich daran orientieren, ob zum Beispiel eine Verbesserung der Ausdauer (z.B. Straßenradfahren, Laufen: Langstecke) oder Kraftausdauer (Rudern, Laufen: 1000 m bis 10 km) erreicht werden soll. Hier ist keine besondere Eiweißzufuhr notwendig. Beim Trainingsziel Schnellkraftverbesserung (100 m Sprint, Kugelstoßen oder gar Bodybuilding) ist sicherlich eine zusätzliche Eiweißzufuhr notwendig – 90 g pro kg und Tag erscheint mir jedoch hoch. Sie verbessert kaum den Muskelaufbau und belastet unnötig den Körper. Wichtiger ist eine Diät mit großem Kohlenhydratanteil, ausreichend Vitaminen und Ballaststoffen. Selbst wenn dann nicht genügend Eiweiß zugeführt wird, kommt es nicht zum Abbau von Muskelmasse. Zusätzliche Eiweißzufuhr ist aber nur bei extremen Trainingsumfängen und Trainingszielen, aber nicht für den Freizeitsportler nötig. Ein extremes Beispiel: Hochleistungsruderer (Trainingsumfang 2 x ca. 2-3 h Training pro Tag) verbessern Ausdauer und Kraft (Muskelzuwachs) ohne zusätzliche Eiweißzufuhr. Es sollte darauf geachtet werden, mit der normalen Nahrungsaufnahme mindestens 1 g pro kg und Tag und maximal 2 g/kg/Tag zuzuführen. Lediglich in Phasen (etwa 3-4 Wochen lang), in denen Training für den reinen Muskelaufbau absolviert wird, wird manchmal mit Eiweißpräparaten ergänzt (maximal 4 g/kg/Tag). Nun zu einigen anderen Aspekten: Trinkensollte man immer viel, gerade bei intensivem Training. Flüssigkeitsverluste werden nur im 48 Stunden Rhythmus ausgeglichen, egal wieviel man danach trinkt. Sie sollten bei täglichem Training deshalb unbedingt vermieden werden. Das hat aber nichts mit der Eiweißzufuhr oder der Fettverbrennung der Muskeln zu tun. Fettverbrennungbei aerober Arbeit geschieht nur bei extrem langen und wenig intensiven Ausdauertrainingseinheiten (z.B. Laufen mit Puls 120-130; Fettverbrennung setzt nach etwa einer halben Stunde ein). Allerdings werden auch durch die Leber Fettdepots vermindert. Dies geschieht in der Erhohlung, gewissermassen im Schlaf, nach einer erschöpfenden Ausdauertrainingseinheit, bei der die Glykogen-Speicher (Kohlenhydrat-Speicher) erschöpft wurden. |
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