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Beethovens
Hörstörung begann sehr früh. Er selbst bemerkte die eingeschränkte
akustische Wahrnehmung erstmals im Jahr 1796. 1800 war er rechts vollständig
ertaubt, links hatte er noch Hörreste, ab 1818 war er vollständig
ertaubt. Seine wichtigsten Kompositionen hörte er selbst nicht mehr
(7.8.9. Synfonie, Missa Solemnis). Er mußte Konversationshefte benutzen,
um zu kommunizieren. Mit dieser vollständigen Ertaubung lebte Beethoven
noch nahezu 10 Jahre lang. Er starb am 26.3.1827.
Über die Ursache der Erkrankung
ist viel gerätselt worden. Am besten passt zum Obduktionsbefund und
zum Ablauf der Erkrankung eine Knochenerkrankung, der Morbus Paget. Dabei
wird gesunder Knochen abgebaut und neuer, abartiger Knochen unregelmäßig
angebaut. Kleine Knochenkanäle, durch die Nerven, wie z.B. die Hörnerven
ziehen, könne bei einem unbehandeltem M. Paget verschlossen werden.
In letzter Zeit wurde bekannt, daß die Analyse einer Haarlocke bei
Beethoven hohe Bleiwerte ergeben hatten. Damit liegt nahe, daß Beethoven
zumindestens zum Zeitpunkt seines Tods eine Bleivergiftung hatte. Ob Blei
z.B. aus Wasserrohren am Zustandekommen der Erkrankung beteiligt war, ist
damit aber nicht bewiesen.
Smetenas Erkrankung verlief viel schneller.
Er ertaubte innerhalb von 3 Monaten trotz mannigfaltiger ärztlicher
Aktivitäten (Smetena war - wie übrignes Beethoven auch ein sog.
Doktorshopper - wie wir heute sagen würden). So wurde u.a. behauptet,
seine Hörstörung komme vom Lärm, den er mit seinen Instrumenten
erzeuge. Er wurde deshalb eine Zeitlang in einen geräuschdichten Raum
ohne Musikinstrumente eingesperrt. Er starb Jahre später an geistiger
Umnachtung. Er hatte wahrscheinlich eine Syphilis.
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Caprichos-Plate 48:
Tale-Bearers:
Blasts of wind
Vollständig ertaubt war auch
Franzesko Goya. Seine Hörstörung begann aber bereits in der Kindheit.
Man nimmt an, daß er eine Quecksilbervergiftung hatte. Die Malerfarben
hatten damals einen hohen Quecksilbergehalt und man weiß, daß
Goya schon sehr früh sehr leichtfertig mit Farben umging. Goya bekam
auch ein intensives Ohrengeräusch. Es ist in einem seiner späten
Bildern wiedergegeben. Von L. Feuchtwanger wurde das Leben Goyas in einem
spannenden Roman wiedergegeben. Der Autor manipulierte die Lebensgeschichte
etwas, um die Ohrenkrankheit Goyas "psychosomatisch" werden zu lassen.
Demnach soll das Gehör stufenweise abgenommen haben, immer als Folge
seelischer Differenzen mit seiner Geliebten, der Herzogin von Alba. Eine
im Roman erlaubte "Ungenauigkeit": Goya litt wie Beethoven auch an Ohrgeräuschen.
Eine schreckliche Erkrankung, die niemand bildlich dargestellt hat wie
Goya in seinem Capricho.
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