Posttraumatische Verbitterungsstörung (PTED). Ein neues Störungsbild und seine Behandlung.
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Was ist die posttraumatische Verbitterungsstörung? Mittels des Stroop-Paradigmas wurde experimentell untersucht, ob die Annahme einer stimulusabhängigen Pathogenese zu belegen ist. In Zusatzuntersuchungen wurden die Prävalenz und die klinischen Bezüge von Verbitterungsrektionen in der Bevölkerung und Inanspruchnahme-Populationen untersucht. Weiterhin wurde unter Bezug auf Neuentwicklungen der Weisheitspsychologie untersucht, inwieweit ein „Mangel an Weisheitskompetenzen" ein Vulnerabilitätsfaktor in der Entwicklung der PTED ist. Dazu wurden verschiedene Weisheitskompetenzen von jeweils 50 Patienten mit der klinisch gestellten Diagnose einer PTED mit einer parallelisierten Kontrollgruppe verglichen. Jeweils die Hälfte beider Gruppe erhielt ein Weisheitstraining. In einem Posttest wurde erneut eine Messung der Weisheitskompetenzen vorgenommen, um Rückschlüsse auf die Wirkung des Trainings ziehen zu können. Ergebnisse Die Ergebnisse zeigen, dass Patienten mit einer PTED im Querschnitt deutlich kränker sind als die Vergleichspatienten, charakteristische Symptome einer posttraumatischen Störung zeigen. Im Stroop-Test finden sich verlängerte Reaktionslatenzen bei traumaassoziierten Stimuli. Die problembezogenen Weisheitskompetenzen sind bei
PTED-Patienten (AM = 1,17) deutlich niedriger ausgeprägt als bei der
Kontrollgruppe (AM = 2,05). Die Retestreliabilität der Weisheitsmessung zeigt
mit r = 0,76 eine hohe Korrelation und erweist sich damit als reliabel.
Weisheitskompetenzen können bei PTED-Patienten durch ein Training verbessert
werden. Nach dem Weisheitstraining unterscheiden sich PTED-Patienten
hinsichtlich ihrer Weisheitskompetenzen nicht mehr von der Kontrollgruppe. Da sich in den Vorstudien Hinweise fanden, dass Weisheit durch Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie trainierbar ist, wurde eine spezifische Therapie für diese Erkrankung entwickelt. Es wird nun eine drittmittelfinanzierte kontrollierte Therapiestudie durchgeführt, in der PTED-Patienten randomisiert entweder mit einer "Weisheitstherapie" behandelt werden, in der sie sich unter Nutzung weisheitspsychologischer Prinzipien mit dem kritischen Lebensereignis auseinandersetzen, oder aber mit einer "Genusstherapie", in der sie möglichst nicht an das Ereignis erinnert und stattdessen nur zur Selbstpflege angehalten werden. Beide Probandengruppen werden jeweils vor und nach dem Training hinsichtlich der Verteilung von Immunzellen und Immunparametern untersucht und miteinander verglichen. Mit beiden Probandengruppen wird eine funktionelle Magnetresonanztomographie-Untersuchung (fMRT) durchgeführt um zu klären, welche Rolle der anteriore gyrus cinguli bei Verbitterungsreaktionen spielt. Kooperationspartner Frau PD Dr. med. P.C. Arck, Biomedizinisches Forschungszentrum an der Charité Universitätsmedizin Berlin Prof. Dr. med. A. Heinz und Dr. med. T. Kienast, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Charité Campus Mitte – Universitätsmedizin Berlin Linden, M. (2003). Posttraumatic Embitterment Disorder.
Psychotherapy and Psychosomatics, 72, 195 – 202. Linden, M., Schippan, B., Baumann, K., Spielberg, R.(2004). Die posttraumatische Verbitterungsstörung (PTED). Abgrenzung einer spezifischen Form der Anpassungsstörungen. Der Nervenarzt, 75, 51 – 57. Schippan, B., Baumann, K., Linden, M. (2004). Weisheitstherapie. Kognitive Therapie der Posttraumatischen Verbitterungsstörung. Verhaltenstherapie, 14, 284-293. Linden, M. (2005). Die Posttraumatische Verbitterungsstörung. Eine pathologische Verarbeitung von Kränkungen. Psychoneuro, 31, 21-24. Baumann, K., Kessler, H., Linden, M. (2005). Die Messung von Emotionen. Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin, 26, 169 – 197. Linden, M., Rotter, M., Baumann, K., Lieberei, B. (2007). The Posttraumatic Embitterment Disorder. Toronto: Hogrefe & Huber.
Linden, M., Baumann, K., Rotter, M., Schippan, B. (2007). Posttraumatic Embitterment Disorder (PTED) in comparison to other mental disorders. Psychotherapy and Psychosomatics, in press. Diplomarbeiten und Dissertationen NEUMANN A: Psychische Gesundheit und bereichsspezifische Lebenszufriedenheit bei Arbeitslosen. Psychologische Diplomarbeit am Psychologischen Institut der Universität Potsdam 2004 RITTER K: Globale und differentielle Lebenszufriedenheit: Eine Untersuchung mit dem Differentiellen Lebenszufriedenheitsfragebogen (DLZF). Psychologische Diplomarbeit am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität Berlin 2003 ROTTER M: The Posttraumatic Embitterment Disorder (PTED). Unveröffentlichte
Diplomarbeit, Freie Universität Berlin, 2005. POPIEN C: Bereichsspezifische Lebenszufriedenheit im Kontext sozialer Beziehungen. Diplomarbeit am Psychologischen Institut im FB Erziehungswissenschaften und Psychologie der Freien Universität Berlin, 2005 ALBRECHT S: Verbitterung bei Allgemeinarztpatienten auf der
Grundlage der „Posttraumatischen Verbitterungsstörung“. Diplomarbeit im
Hauptstudiengang Psychologie am Institut für Psychologie der Humboldt Universität
Berlin, 2005 SPIELBERG R: Informationsverarbeitungsprozess bei Patienten mit posttraumatischen Verbitterungsstörungen“ Dissertation am Psychologischen Institut an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät II der Humboldt Universität zu Berlin, 2006 |
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