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Generalisierte Angsterkrankungen 

 

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Generalisierte Angsterkrankungen gehören nach den Depressionen zu häufigsten psychischen Erkrankungen und sind zudem ihrer Natur nach chronische Erkrankungen.

In den vergangenen Jahren konnte vor allem für kognitiv-verhaltenstherapeutische Verfahren gezeigt werden, dass sie eine Behandlungsoption für GAD darstellen. Therapiestudien zur GAD zeigen teilweise jedoch erhebliche qualitative Mängel auf, die eine Vergleichbarkeit bzw. eine Generalisierbarkeit der Ergebnisse, nicht zuletzt auf Therapien unter Praxisbedingungen, erschweren.

Im Rahmen einer kontrollierten, multizentrischen Studie wurde in Kooperation mit niedergelassenen Verhaltenstherapeuten ein manualgeleitetes, kognitiv-verhaltenstherapeutisches Vorgehen bei der Behandlung von ambulanten Patienten mit GAD evaluiert. Das Design und die Methodik der Studie lehnen sich an die in der Pharmakotherapieforschung gültigen Richtlinien für Therapieevaluationen an. Die klinische Wirksamkeit der KVT wurde im Vergleich einer Therapiegruppe mit sofortigem Therapiebeginn (TA) mit einer Kontaktkontrollgruppe (KKG) untersucht. Eine Validierung des Effekts erfolgt durch eine weitere Therapiebedingung mit verzögertem Therapiebeginn (TB), die sich zeitlich an den Kontaktkontrollzeitraum anschließt. Darüber hinaus ist eine katamnestische Untersuchung nach einem Jahr vorgesehen.

72 ambulante Patienten (Alter 18-65, HAM-A > 17, GAD gemäß DSM-IV, keine komorbiden Achse-I- und Achse-II-Störungen, keine studienbegleitende Einnahme von Psychopharmaka) wurden in die Studie eingeschlossen. In der Therapiegruppe A zeigte sich ein durchschnittlicher Rückgang der Symptomatik im Prä-Post-Vergleich von 10.65 Punkten (bzw. 39,6%) in der HAM-A bzw. 9,51 Punkten (17,2%) im STAI-Trait. In der Kontaktkontrollgruppe lagen die durchschnittliche Abnahme der Symptomatik im Prä-Post-Vergleich bei 1,21 Punkten (5,3%)  in der HAM-A und bei 3,19 Punkten (5,4%) im STAI-Trait. Die Unterschiede zwischen der Therapiegruppe A und der Kontaktkontrollgruppe zu Treatment - Ende sind statistisch hoch signifikant.

Für die Therapiegruppe B, d.h. die Therapiegruppe mit verzögertem Therapiebeginn, ergeben sich im Prä-Post-Vergleich Abnahmen in der HAM-A von 12,1 Punkten (bzw. 56,9 %) und im STAI-Trait von  7,5 Punkten (13,7%).

  

Die Studie wird durchgeführt in Kooperation mit den niedergelassenen Verhaltenstherapeuten Dr. C. Brockhaus, B. Claaßen, H. Drick, U. Eckhardt, K. Gentz-Krüger, K. E. Gerbis, Dr. G. Heim, Dr. J. Irmscher, A. Sattelkau, U. Schiller, H. Storm, K. Voß

Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (Förderkennzeichen: Li 263/8-1 und Li 263/8-2)

Literatur:

ACHBERGER M, LINDEN M:Generalized anxiety disorder (GAD) in primary health care - frequencies, recognition and interventions
Psychiatria Danubia 1998, 10, 373 – 376

LINDEN M, ZUBRÄGEL D: Generalisierte Angsterkrankungen. In: BATRA A, WASSMANN R, BUCHKREMER G (Hrsg.): Verhaltenstherapie.
Thieme, Stuttgart 2000, S. 222 – 229

LINDEN M, BÄR T, ZUBRÄGEL D, AHRENS B, SCHLATTMANN P: Wirksamkeit der kognitiven Verhaltenstherapie bei Generalisierten Angsterkrankungen. Ergebnisse der Berliner KVT-GAD-Studie. Verhaltenstherapie, 2002, 12, 173 – 181

SENKOWSKI D, LINDEN M, ZUBRÄGEL D, BÄR T, GALLINAT J: Evidence for disturbed cortical signal processing and altered serotonergic neuotransmission in generalized anxiety disorder. Biological Psychiatry, 2003, 53, 304-314

LINDEN M, ZUBRÄGEL D, BÄR T, WENDT U, SCHLATTMANN P: Efficacy of Cognitive Behaviour Therapy in Generalized Anxiety Disorders. Results of a controlled clinical trial (Berlin CBT-GAD-Study), Psychother Psychosom in press 2004  

 

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