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Chronisch psychisch Kranke in der ambulanten Versorgung 

 

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Rehabilitation chronischer psychischer Erkrankungen

Die Aufgabe der medizinischen Rehabilitation ist nach §2, 1 des Sozialgesetzbuches IX (SGB IX) die Diagnostik und Behandlung von Gesundheitsstörungen, die absehbar länger als sechs Monate andauern und zu Teilhabestörungen führen. Daraus folgt zwingend, dass Rehabilitation nicht auf drei bis sechs Wochen einer stationären Fachrehabilitation beschränkt sein kann, sondern ihrem Wesen nach eine Langzeitmaßnahme ist. Dies gilt für die Früherkennung und -beeinflussung chronifizierender Erkrankungen ebenso wie für palliative, kompensatorische und die Lebensqualität sichernde Maßnahmen. Neben den Rehabilitationszentren sind weitere und häufig auch wichtigere Leistungserbringer in der Rehabilitation die Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen, Hausärzte oder Fachärzte.

Forschungsprojekte und Methoden

Die Forschungsgruppe Psychosomatische Rehabilitation führt daher nicht nur Untersuchungen im Rahmen der stationären Rehabilitation durch, sondern auch im vor- und nachstationären ambulanten Raum. Ein Forschungsinstrument hierfür sind Anwendungsbeobachtungen. Dies sind versorgungsepidemiologische Untersuchungen im Kontext von Arzneimittelverordnungen oder auf der Basis von Beobachtungsdaten aus Kliniken (z.B. Basisdokumentation). Sie erlauben, größere Zahlen von Patienten und deren Behandlung prospektiv mit standardisierter Methodik zu untersuchen und dabei deskriptiv auf Fragen zu Symptomatik, Krankheitsverlauf oder Therapie von chronischen Erkrankungen einzugehen.

Forschungsziele

Mit Hilfe von Anwendungsbeobachtungen können Fragen der klinischen Forschung im Kontext der Routineversorgung chronisch kranker Patienten untersucht werden. Dabei wird in der Regel bewusst auf die Manipulation durch ein Studiendesign verzichtet. Ziel ist es, die alltägliche klinische Praxis näher zu erforschen und zu überprüfen, inwieweit Ergebnisse aus experimentellen Studien auf die Routinebehandlung zu übertragen sind.

Forschungsprojekte

Bearbeitete Themen bzw. Themen in Bearbeitung sind:

-         Chronizität depressiver Störungen in Praxen niedergelassener Ärzte

-         Langzeitverlauf schizophrener Patienten in nervenärztlicher Behandlung in Abhängigkeit von psychosozialen Therapiemaßnahmen

-         Psychotherapeutische Führung von depressiven Patienten durch Nervenärzte begleitend zu einer Pharmakotherapie

-         Vergleich stationärer mit ambulant versorgten Patienten; Übergang von stationärer zu ambulanter Langzeitversorgung

-         Vergleich teilstationär und vollstationär behandelter Patienten

 

Publikationen

KÜHNE KU, QUEDNOW BB, BARKOW K, HEUN R, LINDEN M, MAIER W: Chronifizierung und psychosoziale Behinderung durch depressive Erkrankungen bei Patienten in der Allgemeinarztpraxis im Einjahresverlauf. Ergebnisse aus einer Studie der Weltgesundheitsorganisation. Der Nervenarzt 2002, 73, 644 – 650

GODEMANN F, LINDEN M, GAEBEL W, KÖPKE W, MÜLLER P, MÜLLER-SPAHN F, TEGELER J, PIETZCKER A: Is interval medication a successful treatment regimen for schizophrenic patients with critical attitudes towards treatment? European Psychiatry, 2003, 18, 82-84

LINDEN M, LUDEWIG K, MUNZ T, DIERKES W: Dosage finding and outcome of venlafaxine treatment in psychiatric outpatients and inpatients. Results of a drug utilization observation study.
Phamacopsychiatry, 2003, 36, 197 – 205

LINDEN M, SCHEEL T, EICH FX: Dosage finding and outcome in the treatment of schizophrenic inpatients with Amisulpride. Results of a drug utilization observation study. Human Psychopharmacology, 2004, 19, 111 – 119

THIELS C, LINDEN M, GRIEGER F, LEONARD J: Gender differences in routine treatment of depressed outpatients with the selective serotonin reuptake inhibitor sertraline. International Clinical Psychopharmacology, 2005, 20, 1-7

GUTENBRUNNER C, LINDEN M, GERDES N, EHLEBRACHT-KÖNIG I, GROSCH E:
Die Bedeutung des chronischen Erschöpfungssyndroms in der Rehabilitationsmedizin. Stand und Perspektiven. Die Rehabilitation, 2005, 44, 176 – 185

CZEKALLA J, DITTMANN RW, HOLSTEIN W, WAGNER T, LANGER F, LINEN M: Olanzapine (Zyprexa) treatment in patients pre-treated with other antipsychotics: Pharmacovigilance data from a large drug utilization observation (DUO) study.in Germany . German Journal of Psychiatry, 2005, http://www.gjpsy.uni-goettingen.de

Linden M, Pyrkosch L, Dittmann RW, Czekalla J: Why Do Physicians Switch From One Antipsychotic Agent to Another? The “Physician Drug Stereotype”. J Clin Psychopharmacol, 2006, 26, 225-231

GEISELMANN B, LINDEN M: Teilstationäre Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation im Vergleich zu vollstationären Patienten. RVaktuell 2006, 53, 14 – 20

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