Ängste am Arbeitsplatz Arbeitsplatzphobie und berufliche Partizipationsprobleme
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Warum
werden arbeitsplatzbezogene Ängste untersucht? In einem mehrstufigen Forschungsprojekt wurde zunächst das klinische Phänomen der arbeitsplatzbezogenen Ängste und speziell der Arbeitsplatzphobie näher beschrieben. In einer empirischen Untersuchung wurden Patienten mittels eines standardisierten diagnostischen Interviews auf der Basis des DSM-IV hinsichtlich psychischer Erkrankungen und insbesondere des Vorliegens von Angsterkrankungen untersucht. Zusätzlich wurde speziell nach arbeitsplatzbezogenen Angststörungen gefragt, indem das DSM-Interview für Ängste am Arbeitsplatz umformuliert wurde, d.h.: - Panik bezüglich des Arbeitsplatzes - Situationsängste (Phobien) bezüglich des Arbeitsplatzes - Soziale Ängste bezüglich des Arbeitsplatzes - Generalisierte Angst bezüglich des Arbeitsplatzes - Posttraumatische Belastungsstörung bezüglich des Arbeitsplatzes Die Ergebnisse zeigen, dass über die Hälfte aller Patienten (67%) in der Abteilung Psychosomatik und Verhaltenstherapie des Rehabilitationszentrums Seehof über arbeitsplatzbezogene Ängste klagten. Am häufigsten wurden von Männern wie von Frauen „Phobische situationsbezogene Ängste" (54%), „generalisierte Angst" (39%) sowie „Soziale Ängste" (34%) berichtet. Arbeitsplatzängste traten altersunabhängig auf. Frauen waren häufiger (71%) und stärker betroffen als Männer (54%). (2)
Entwicklung eines Fragebogens: Die Job-Angst-Skala (JAS) In einer weiteren Studie wurde mit der Entwicklung eines Messinstruments zur Erfassung arbeitsplatzbezogener Ängste begonnen, der "Job-Angst-Skala". Dieser Selbstbeurteilungsfragebogen erfasst die folgenden Dimensionen: - Stimulusbezogene Ängste und Vermeidungsverhalten (antizipatorische Angst, phobische Vermeidung, konditionierte Angst) - Soziale Ängste und Beeinträchtigungskognitionen (Ausbeutungsangst, Soziale Ängste, Bedrohungs- und Beeinträchtigungsüberzeugungen) - Gesundheits- und körperbezogene Ängste (Hypochondrische Tendenzen, Panik und körperliche Symptome, funktionsbezogene Ängste) - Insuffizienzerleben (allgemeine Insuffizienzgedanken, Veränderungsängste) - Arbeitsplatzbezogene Sorgen (Sorgen im Sinne arbeitsplatzbezogener GAD, Existenzangst) (3)
Ausblick Auf der Basis dieser Pilotstudien wurde ein Drittmittelantrag gestellt und bewilligt. Es werden nun in einer neuen großangelegten Studie die vorliegenden Instrumente verbessert und vor allem der Zusammenhang zwischen allgemeiner psychischer Morbidität und arbeitsplätzbezogenen Ängsten näher untersucht. Publikationen
Linden, M., Oberle-Thiemann, C., Weidner, C. (2003). Arbeitsplatzphobie. Münchener Medizinische Wochenschrift – Fortschritte der Medizin,145, 33 – 36 Linden, M.
(2005). Angst vor dem Arbeitsplatz. In: Meissel ,T. (Hrsg.): Zur Einbürgerung
des psychisch Kranken. Edition pro mente, Linz, S. 175-183
Linden, M. (2005). Arbeitsplatzängste und -phobien. In: Müller-Fahrnow W., Hansmeier T, Karoff M (Hrsg.) wissenschaftliche Grundlagen der medizinisch-beruflich orientierten Rehabilitation. Papst Verlag, Lengerich 2006, S. 181 -192 Linden, M. & Muschalla, B. (2006). Anxiety disorders and workplace related anxieties. Journal of Anxiety Disorders. Linden, M. & Muschalla, B. (2006). Arbeitsplatzphobie. Der Nervenarzt. Diplomarbeit MANNEBACH K (2005) Zusammenhang zwischen arbeitsbezogenem Verhalten und Erleben, subjektiver Befindlichkeit und Fehlzeiten. Psychologische Diplomarbeit am Institut für Psychologie der Humboldt-Universität zu Berlin. Muschalla, B. (2005). Arbeitsplatzängste und Arbeitsplatzphobie. Konstruktion des Fragebogens „Job-Angst-Skala“ zur Erfassung arbeitsplatzbezogener Ängste und seine Erprobung bei Patienten in der psychosomatischen Rehabilitation. Unveröffentlichte Diplomarbeit, Freie Universität Berlin. |
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