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Gesund schlafen, gesund leben - Wege zu einer guten GesundheitBrauchen Sie einen Wecker, um morgens wach zu werden? Kommen Sie nur mühsam aus dem Bett oder fühlen Sie sich gereizt, wenn Sie aufstehen müssen? Fühlen Sie sich tagsüber häufig müde? Wenn Sie Probleme mit dem Schlaf haben oder am Tag häufig müde und schläfrig sind, könnten Sie unter Schlafstörungen leiden.Guter Schlaf ist der erste Schritt zu einer gesunden Lebensweise. Deswegen ist die Beseitigung oder Reduzierung von Schlafproblemen auch so wichtig für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Viele Faktoren können Ihren Schlaf beeinträchtigen oder Schlafprobleme verursachen, wie z. B. Krankheiten, Stress oder psychisch bedingte Probleme. Die Qualität Ihres Schlafes kann aber auch durch äußerlich bedingte Faktoren in Ihrer Umgebung beeinträchtigt werden, wie Lärm, Schlafkomfort des Bettes etc. Unregelmäßige Arbeitszeiten oder hohe Reiseaktivität können ebenfalls Ihr Schlafmuster empfindlich beeinträchtigen. Heutzutage gibt es für die meisten schlafbezogenen Probleme wirkungsvolle Behandlungsmöglichkeiten. Der erste Schritt zur Besserung besteht aber immer in der Erkenntnis, dass eine Schlafstörung vorliegt. Im zweiten Schritt muss dann herausgefunden werden, wodurch sie verursacht wird, um im dritten Schritt Maßnahmen zu ihrer Behandlung zu ergreifen. In diesem Kapitel werden die wichtigsten umwelt- und gesundheitsbedingten Faktoren vorgestellt, die Schlafstörungen verursachen können.
Ess- und Trinkgewohnheiten
Sind äußere Faktoren erst einmal erkannt, finden sich in der Regel schnell Lösungen zur Beseitigung ursächlicher Problemquellen. Wenn der Schlaf durch Lärm gestört wird, kann man mittlerweile auf eine Vielzahl von Ohrstöpseln aus unterschiedlichen Materialien wie Schaumgummi oder Wachs zurückgreifen. Wenn Sie aus beruflichen Gründen tagsüber schlafen müssen und Tageslicht Ihren Schlaf beeinträchtigt, können besonders dichte Vorhänge oder Jalousien Abhilfe schaffen. Auch Kinder oder Haustiere können Ihren Schlaf stören. Kommt Ihr Kind mitten in der Nacht oder am frühen Morgen ins Bett gekrabbelt, weckt es Sie auf und hindert es sie am Wiedereinschlafen? Haben Sie Haustiere, die in Ihr Bett kommen, laut bellen oder andere störende Geräusche verursachen, während Sie schlafen? In all diesen Fällen muss zunächst einmal das Problem als solches erkannt und wahrgenommen werden, bevor Maßnahmen zu seiner Beseitigung ergriffen werden können. Schichtarbeit und Jetlag Schichtarbeit fordert Ihnen ab, zu Zeiten zu schlafen, in denen Ihre biologische Uhr - die zirkadiane Rhythmik ? Sie eigentlich auffordert, wach und aktiv zu sein. Das ist besonders für diejenigen problematisch, die in regelmäßig rotierenden Schichten arbeiten müssen (z. B. Feuerwehrleute, Flugpersonal, Pflegepersonal, Ärzte und Polizeibeamte). Jetlag (verursacht durch Zeitzonenwechsel) und Schichtarbeit verursachen ein und dasselbe Problem: der biologische Rhythmus verliert die innere Abstimmung mit der neuen bzw. wechselnden Zeit. Beim Jetlag verschärft sich die Problematik durch die zusätzliche Ermüdung wegen vor der Reise aufgetretenen Schlafentzugs, Schlafunterbrechung nach Ankunft in der neuen Zeitzone und Dehydration (auf Fernflügen mit hohen Flugzeiten und gleichzeitig unzureichender Flüssigkeitszufuhr).
Medikatmente zur Behandlung von Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma, chronische Bronchitis, Lungenemphysem) beinhalten oral oder durch Inhalation verabreichte Substanzen, die Steroide und Theophyllin enthalten können. Diese können wie Stimulantien wirken und es den Betroffenen erschweren, ein- und durchzuschlafen. Einige Medikationen zur Behandlung von Herzerkrankungen können Insomnie und Alpträume verursachen. Medikationen zur Behandlung von Arthritis enthalten Aspirin oder ähnliche Wirkstoffe, die den Magen beunruhigen und nächtliche Bauchschmerzen und/oder Sodbrennen erzeugen können, so dass der Schlaf unterbrochen wird. Einige Antidepressiva können zu Insomnie führen, während andere Tagesschläfrigkeit verursachen können. Manche Menschen glauben, dass Medikamente, die nicht verschreibungspflichtig sind und in der Drogerie bezogen werden können, frei von Nebenwirkungen sind. Nasen-Sprays, aspirinhaltige Arzneimittel, koffeinhaltige Schmerzmittel und Antihistamine werden häufig in Drogerien erworben und können den Schlaf und die Wachheit am Tage nachteilig beeinflussen. Trotz der hier geschildertenen kritischen Betrachtung sollten ärztlich angeordnete Medikationen nie abrupt und ohne Rücksprache abgesetzt werden. Wenn Sie Probleme mit dem Schlaf haben und Ihre Medikation für ursächlich halten, sollten Sie immer Ihren Arzt konsultieren, bevor Sie die Medikamente absetzen.
Angstgefühle können ebenfalls leichte bis schwere Insomnie hervorrufen. Im Gegensatz zu Depressionen beeinträchtigen sie den Schlaf allerdings nicht generell. Im Allgemeinen haben ängstliche Menschen Schlafprobleme, sobald die Angst auftritt, und zwar unabhängig von der eigentlichen Ursache. So haben z. B. viele Menschen, die unter Angstzuständen leiden, Schlafprobleme, wenn sie außerhalb ihres Heims schlafen sollen, wodurch jede Reise automatisch zum Problem wird. Stress gilt als häufigste Ursache für kurzfristige Schlafstörungen. Er kann vom Druck in der Schule oder am Arbeitsplatz herrühren, durch familiäre oder eheliche Probleme, Krankheit oder den Verlust einer geliebten Person verursacht sein. Schlafprobleme mit solchem Hintergrund verschwinden häufig, sobald die Stress auslösenden Probleme gelöst werden.
Der gastroösophageale (saure) Reflux, gewöhnlich als Sodbrennen bezeichnet, kann ebenfalls zu häufigem nächtlichen Erwachen führen. Brennende Schmerzen im unteren Brustapparat oder Husten sind typische Syptome für Sodbrennen, durch die der Schlaf gestört werden kann. Nach einem Herzanfall oder bei langjährig bestehendem hohem Blutdruck kann es zur Herzmuskelschwäche kommen. Als erstes Symptom tritt in der Regel Kurzatmigkeit auf, die sich ganz plötzlich im Schlaf bemerkbar macht. Typischerweise haben Patienten mit leichter Herzinsuffizienz im frühen Stadium keinerlei Atembeschwerden, wenn sie sich zur Nachtruhe ins Bett legen. Eine Stunde oder etwas später aber wachen sie unter extremer Atemnot auf. Auch Schmerzen können den Schlaf unterbrechen. Sie können plötzlich oder chronisch auftreten. Folgende Zustände können zu schlechtem Schlaf beitragen: Rückenschmerzen, Arthritis, Carpal Tunnel Syndrom, Temperomandibulargelenk-Störung (TMJ) und Kopfschmerz (insbesondere Cluster-Migräne) Wenn Schnarchen auf die nur im Schlaf auftretende Obstruktive Schlafapnoe (OSA) zurückgeht, kann dieser empfindlich gestört werden und Langzeitschäden verursachen. Menschen, die unter OSA leiden, weisen wegen der eingeschränkten Muskelfunktion im Rachenraum eine gestörte Atmung im Schlaf auf. Die Erschlaffung der Muskeln führt zur Verengung im Rachenraum und bewirkt so zeitweise den Verschluss der Atemwege, so dass die Luft in den Brustraum weder ein- noch ausströmen kann. Dadurch wachen die Betroffenen - wenn auch nur kurzzeitig - immer wieder auf. Das Aussetzen der Atmung, Apnoe genannt, kann sich über Perioden von 10 bis 20 Sekunden oder auch länger erstrecken. In manchen Fällen treten Apnoen mehrere hundertmal in der Nacht auf. Apnoen werden auch von einem Sauerstoffabfall im Blut begleitet. Die niedrigere Sauerstoffversorgung trägt zur Enstehung der Symptome und zu Langzeitschäden durch OSA bei. OSA kann auch den Schlaf der Bettpartner beeinträchtigen, weil die Betroffenen laut schnarchen, dann wieder still liegen, nach Luft schnappen oder sie ausschnauben und dabei immer wieder aufwachen. Deswegen benutzen Bettpartner von OSA-Patienten häufig Ohrstöpsel oder schlafen in separaten Zimmern. Die Mehrzahl der von OSA betroffenen Menschen sind sich ihrer Probleme mit der Atmung oder des fragmentierten Schlafs gar nicht bewusst. Im Normalfall klagen sie einfach nur über nicht-erholsamen Schlaf und Schläfrigkeit am Tage. Auch Asthma kann den Schlaf stören, weil es manchmal mitten im Schlaf ausbricht. Chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (chronische Bronchitis und Lungenemphysem) können den Schlaf durch Husten und Atembeschwerden (einschließlich Kurzatmigkeit) fragmentieren. Atemwegserkrankungen, wie Asthma, können leicht ausgeprägt sein und die Schlafqualität beeinträchtigen, ohne dass es zu vollen Aufwachreaktionen kommt. Bei starker Ausprägung können Atemnotanfälle den Schlaf auch massiv beeinträchtigen. Schmerzen in Muskeln und Sehnen, auch Fibrositis-Syndrom oder Fibromylagia genannt, können ebenfalls Ein- und Durchschlafstörungen verursachen. Das Chronische Müdigkeits-Syndrom, das durch hartnäckige Tagesmüdigkeit gekennzeichnet ist, kann den Schlaf stören. Obwohl es noch kein Heilmittel für diese chronische Erkrankung gibt, haben Studien gezeigt, dass gute Schlafhygiene in Kombination mit regelmäßigem Sport manchen Betroffenen helfen kann. Heute gibt es sichere und effiziente Behandlungsmöglichkeiten, um einige gesundheitlichen Probleme besser in den Griff zu kriegen, die zur Unterbrechung des Schlafes führen. Häufig handelt es sich um weit verbreitete Probleme. Werden die Ursachen nicht beseitigt, können sie zur ernsten Bedrohung für die Gesundheit werden. Wenn der Schlaf aufgrund von Erkrankungen gestört wird, können Schlafstörungen durch Korrekturen der zugrunde liegenden Erkrankung wirksam kontrolliert werden. In manchen Fällen wird die Konsultation eines schlafmedizinischen Experten unvermeidlich sein, um die richtige Diagnose und eine geeignete Behandlungsstrategie zu finden.
Liste DGSM-akkreditierter Schlaflabore
Peter JH, Köhler D, Knab B, Mayer G, Penzel T, Raschke F, Zulley J (Hrsg.): Weißbuch Schlafmedizin. Regensburg, S. Roderer Verlag 1995. Schramm E, Riemann D: ICSD - Internationale Klassifikation der Schlafstörungen. Weinheim, PVU-Beltz 1995.
Quellenangabe
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Redaktion: Prof. Thomas Penzel
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| Erstellt am: 03.03.2005
Letzte Änderung dieser Seite: 18.01.2012 |