
24.02.2010 - Pressemitteilung
Ärzte und Pflegekräfte für gewaltbedingte Verletzungen zu sensibilisieren, das ist Ziel des S.I.G.N.A.L. Interventionsprogramms in den Rettungsstellen der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Dieses bundesweit erste Interventionsprojekt gegen Gewalt an Frauen wurde bereits vor zehn Jahren am Campus Benjamin Franklin eingeführt. Etwa jede vierte Frau wird heute in ihrer Ehe, Familie oder Partnerschaft misshandelt. Viele von ihnen zögern, sich als Gewaltopfer erkennen zu geben. Sie sind darauf angewiesen, dass andere die Anzeichen von Gewalt feststellen und angemessen reagieren. Personen im Gesundheitswesen sind hier besonders gefordert. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Charité-Rettungsstellen werden im Rahmen von Interventionsprogrammen speziell geschult, um sicher im Umgang mit gewaltbetroffenen Frauen zu sein. Sie lernen die gerichtsverwertbare Dokumentation von Verletzungen und Beschwerden ebenso wie die Beratung der Betroffenen hinsichtlich weiterer Unterstützungsmöglichkeiten. Bei akuter Gefahr werden die Opfer häuslicher und sexualisierter Gewalt stationär aufgenommen.
Sabine C. Jenner
Charité Gesundheitsakademie
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