Campus Charité Mitte (CCM)

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Die Geschichte der Charité reicht zurück bis zum Jahre 1710. Damals ließ König Friedrich I., König in Preußen, vor den Toren der Stadt ein Pesthaus errichten, das, als die Pest die Stadt verschonte, in den folgenden 17 Jahren als Hospiz für unbemittelte Alte, als Arbeitshaus für Bettler und als Entbindungseinrichtung für unehelich Schwangere genutzt wurde.

1727 bestimmte König Friedrich Wilhelm I. das Pesthaus "zum Lazarett und Hospital" sowie zur Lehranstalt für angehende Militärärzte und vermerkte am Rande eines Briefes, "es soll das Haus die Charité heißen". Damit begann die medizinische Bedeutung des nunmehr "Königlichen Charité - Krankenhauses": Es wurde aufgestockt, auf 400 Betten erweitert sowie mit ansehnlichen Finanzmitteln ausgestattet und bot nun jedem Patienten ein eigenes Bett. Dies geschah im Zusammenhang mit der grundlegenden Neuordnung des preußischen Medizinalwesens im Jahre 1725, als eine Ausbildungsordnung für Heilberufe erlassen wurde, die ein Jahrhundert lang beispielhaft bleiben sollte.

Die Ärzteausbildung wurde auf ein theoretisches und ein praktisches Fundament gestellt, dessen Realisierung dem staatlichen "Collegium medico - chirurgicum" in Berlin oblag. Der Schwerpunkt der Medizinerausbildung galt der Ausbildung von Armeechirurgen, die ihre praktisch-klinische Ausbildung seit 1727 an der Charité erhielten.

Die Charité hatte damit drei Funktionen: Sie war Hospiz für Arme (bis 1798), sie war städtisches Versorgungskrankenhaus und sie war Lehreinrichtung für angehende Militärärzte für das ständig wachsende preußische Heer. So genügten die Räumlichkeiten der Charité bald nicht mehr: Zwischen 1785-1797 wurde sie erstmals abgerissen.

Die Bedeutung der Charité als Ausbildungsstätte für Militärärzte weitete sich aus, nachdem im Jahre 1795 eine militärärztliche Bildungsanstalt, die Pépinière (Pflanzschule) eingerichtet wurde, von 1818 an "Friedrich Wilhelm Institut" genannt und 1895 in "Kaiser Wilhelm Akademie für das militärärztliche Bildungswesen" umbenannt. Hier wurden die angehenden Militärärzte in allgemeinbildenden Fächern ausgebildet.

Während die Charité von 1727 bis 1945 ihre Bedeutung als militärärztliche klinische Schule behielt, hatte sie an der universitären Ausbildung ziviler Ärzte nach Gründung der Berliner Universität im Jahre 1810 zunächst keinen Anteil. Für die Universität, mit deren Eröffnung das Collegium medico-chirurgicum aufgelöst wurde, wurden daher eine eigene Medizinische, eine Chirurgisch-Augenärztliche und eine Frauenklinik eingerichtet, zunächst verstreut in Privatwohnungen, bis 1818 der Bau eines großen Universitätsklinikums in der Ziegelstraße und damit in enger Nachbarschaft zur Charité begonnen wurde.

Dass Berliner Universitätsmedizin und Charité in einem Atemzug genannt wurden, hing auch damit zusammen, dass auf dem Gelände der Charité im Laufe der Jahre mehr und mehr Kliniken der Universität etabliert wurden. Schließlich zogen die Universitätskliniken der Ziegelstraße alle in die Charité um. Die Medizinische machte 1828 den Anfang. Aber es dauerte nochmals ein Jahrhundert bis 1927 die letzte, die Chirurgische Universitätsklinik, in die Charité verlagert wurde und die Charité endgültig Universitätsklinikum wurde. Jedoch formal blieben die Charité und die Universitätsklinik noch bis 1951 getrennte Institutionen: In der DDR wurde die endgültige Vereinigung zur ‚Medizinischen Fakultät (Charité) der Humboldt-Universität’ vollzogen.

Die Jahrhundertwende verlangte indessen einen nahezu vollständigen Abriss der Charitéanlagen und den einheitlichen Neubau in rotem Backstein, der zwischen den Jahren 1896 und 1917 ausgeführt wurde. Die Großzügigkeit dieser Anlage zerstörte der II. Weltkrieg: 90 Prozent der Gebäude wurden zerstört oder beschädigt. Der Wiederaufbau nach 1945 unter der Herrschaft der Deutschen Demokratischen Republik schloss eine neue Geschwulstklinik (1959) und eine Hautklinik (1960) sowie ein Betten-Hochhaus mit Versorgungstrakt (1982) ein und dokumentierte den Willen der DDR, die Charité als Vorzeigeeinrichtung des Staates mit damals 2000 Betten zu halten. Nach der deutschen Wiedervereinigung begann die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, die 2005 fast vollendet ist.

1997 fusionierten die medizinischen Fakultäten "Rudolf-Virchow-Klinikum" und "Charité" zur "Medizinischen Fakultät Charité der Humboldt-Universität zu Berlin". Ein Jahr später wurden auch die dazugehörigen Kliniken zusammengeführt. Im Jahre 2003 kam das ehemalige Universitätsklinikum Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin hinzu. Damit entstand die Charité - Universitätsmedizin Berlin, das größte europäische Universitätsklinikum, das dabei ist, den Ruhm der früheren Jahre erneut zu erwerben. 2010 hat die Charité ihr 300-jähriges Jubiläum gefeiert.

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