Chirurgie des Magens
Operationstechnik bei Magen- und Kardiakarzinom
Gastrektomie
Dies ist die Standardoperation bei Magenkarzinomen einschließlich der Kardiakarzinome Typ II und III nach Siewert, die unter kurativem Ansatz operiert werden. Eine Ausnahme ist das Antrumkarzinom vom intestinalen Typ, welches als subtotale Gastrektomie mit mindestens 5 cm Abstand von der Resektionsfläche operiert werden kann (s. unten).
Der obere Resektionsrand befindet sich bei der Gastrektomie im Bereich des abdominalen Ösophagus. Der distale Resektionsrand ist das postpylorische Duodenum. Beim Kardiakarzinom wird der untere Teil der Speiseröhre als erweiterte Gastrektomie mitentfernt. Die Rekonstruktion erfolgt in unserer Klinik mit einer nach Roux-Y hochgezogenen Jejunumschlinge.

Abbildung_1: Schematische Darstellung der Gastrektomie und der Rekonstruktion, wie sie an unserer Klinik durchgeführt werden.
Das große Netz (Omentum majus) wird mitreseziert. Bei Tumorbefall im Milzhilus wird die Milz mitreseziert.

Abbildung_2: Ausgedehntes Magenkarzinom mit flächiger Infiltration der Magenwand.

Abbildung_3: Magenresektat mit Milz bei Tumorbefall des Magens und des Milzhilus.

Abbildung_4: Aufgeschnittener Magen nach Gastrektomie. Die Magenwand ist durch Tumorwachstum flächig verdickt (Linitis plastica).
Erweiterte Gastrektomie
Bei fortgeschrittenen Tumoren mit Ausdehnung in angrenzende Organe wird die Gastrektomie erweitert.
Subtotale Gastrektomie
Beim distalen Magenkarzinom im Antrum kann die subtotale Resektion in Erwägung gezogen werden. Es verbleibt ein Restfundus, an den eine nach Roux ausgeschaltete Jejunumschlinge Seit-zu-Seit anastomosiert wird.

Abbildung_5: Subtotale Gastrektomie mit Rekonstruktion durch Dünndarmschlinge nach Roux.
Um eine solche Operation durchzuführen, muß ein Mindestabstand vom Resektionsrand eingehalten werden.
In der Praxis bedeutet dies eine subtotale Gastrektomie bei den distalen Karzinomen vom intestinalen Typ, jedoch meist eine Gastrektomie beim diffusen Typ, da ein solcher Abstand hier häufig nicht erreicht werden kann.
Vaguserhaltende Kardiaresektion (Merendino)
Bei T1-Tumoren vom Submukosatyp der Kardia und des distalen Ösophagus kann in kurativem Ansatz diese Operation durchgeführt werden. Sie umfasst die Resektion der Kardia und des distalen Ösophagus unter Erhalt beider Vagusäste. Zur Rekonstruktion wird ein gefäßgestieltes Jejunuminterponat verwendet, welches retrogastrisch hochgezogen und zwischen Ösophagus und Magenvorderwand interponiert wird. Die ausführliche Erläuterung der einzelnen Schritte ist im Kapitel Ösophaguschirurgie dargestellt.

