Chirurgie des Magens
Das Kardiakarzinom
Nach den Kriterien der TNM-Klassifikation wird das Kardiakarzinom den Magenkarzinomen zugerechnet. Es nimmt jedoch eine Stellung zwischen dem distalen Ösophaguskarzinom und dem Magenkarzinom ein. Es handelt sich um Adenokarzinome, welche im Bereich der Kardia entspringen und bei Diagnosestellung die Z-Linie miterfaßt haben. Nach Siewert werden diese Tumoren in Typ I, II und III unterteilt (s. Abbildung 1).
Typ I: Distaler Ösophagus: Das Zentrum des Tumors liegt 1-5 cm oberhalb
der Z-Linie, meist einer intestinalen Metaplasie eines Barrett-Ösophagus
entspringend.
Typ II: Eigentliche Kardiaregion: 1 cm oberhalb bis 2 cm unterhalb der Z-Linie,
meist vom kardialen Epithel mit intestinaler Metaplasie ausgehend.
Typ III: Subkardiale Lokalisation: Das Zentrum des Tumors liegt 2 - 5 cm unterhalb
der Z-Linie. Es infiltriert den gastroösophagealen Übergang und den
distalen Ösophagus von unten.

Abbildung_1: Einteilung des Kardiakarzinoms nach Siewert.
Während seit den 30 Jahren die distalen Magenkarzinome an Häufigkeit abgenommen haben, hat die Inzidenz von Kardiakarzinomen in den letzten 20 Jahren, insbesondere bei Patienten im Alter unter 40 Jahren, rapide zugenommen. Die Prognose der proximalen Karzinome liegt mit einer 5-Jahres-Überlebensrate von 10-15% deutlich unter der der distal lokalisierten Magenkarzinome mit 50%.
Operationstechniken des Kardiakarzinoms
Typ I: Abdominothorakale Ösophagusresektion
(s. auch Kapitel Ösophaguschirurgie)
Typ II: Erweiterte Gastrektomie
Typ III: Gastrektomie

