Chirurgie der Schilddrüse
Indikation
Jährlich werden etwa 90.000 - 100.000 Patienten in Deutschland an der Schilddrüsen operiert; damit gehört die Schilddrüsenresektion zu den fünf häufigsten Eingriffen. Eine Indikation zur Operation besteht bei sehr großer Struma nodosa mit Schluckstörungen oder Atemnot, bei einer Hyperthyreose (Überfunktion) und bei Verdacht auf ein Karzinom. Eine Hyperthyreose kann in bestimmten Fällen (kleine Schilddrüse, hohes Operationsrisiko, vorausgegangene Operation an der Schilddrüse) auch mit Radiojodtherapie behandelt werden.
Vor Operation sollten erfolgen:
- eine Sonographie zur Bestimmung des Schilddrüsenvolumens und zur Beurteilung der Knoten
- eine Szintigraphie zur Beurteilung der Schilddrüsenaktivität (kalte oder heiße Knoten, diffuse Überaktivität)
- die Bestimmung der Schilddrüsenfunktionsparameter fT3, fT4 und TSH sowie des Serumkalziums
Bei malignomverdächtigen Schilddrüsenknoten kann eine präoperative Feinnadelaspirationszytologie durch eine Biopsie erwogen werden. Diese hängt in ihrer Aussagekraft aber entscheidend von der Erfahrung des Zytologen ab und schließt bei negativem Befund ein Karzinom nicht aus. Bei Verdacht auf organüberschreitendes Wachstum kommen ergänzend Magnetresonanz-Tomographie oder Computertomographie zum Einsatz.
An unserem Zentrum wurde über die Hälfte aller Patienten wegen einer euthyreoten gutartigen Struma operiert, nur 6,3 % wegen eines Karzinoms.

