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Chirurgie der Nebenschilddrüse

Indikation

 

 

Bild: Skizze Lage der Nebenschilddrüsen

Abbildung_1: Lage der Nebenschilddrüsen

Bei der Diagnose eines pHPT mit Hyperkalzämie, Hypophosphataemie und erhöhten PTH-Spiegeln besteht auch bei asymptomatischem Verlauf eine Operationsindikation. Laborchemisch sollten neben Kalzium und PTH auch Kreatinin, anorganisches Phosphat und das Gesamteiweiss bestimmt werden. Vor einer Operation komplettieren die zervikale Sonographie und eine Nebenschilddrüsenszintigraphie die Diagnostik. Diese Untersuchungen dienen dazu, Nebenschilddrüsenadenome zu lokalisieren. Normalerweise existieren je zwei obere und untere Nebenschilddrüsen auf der linken und rechten Seite. Sehr selten finden sich weitere Drüsen an untypischen Stellen, z.B. im Brustraum. Kann die erkrankte Nebenschilddrüse mittels Sonographie oder Szintigraphie identifiziert werden und besteht keine zusätzliche Schilddrüsenerkrankung, wird eine minimal-invasive Operation mit einem kleinen Schnitt(ca. 2 cm) durchgeführt.

 

Bild: Nebenschilddrüsenszintigraphie

Abbildung_2: In dieser Nebenschilddrüsenszintigraphie zeigt sich z.B. eindeutig eine vergrößerte rechte obere Nebenschilddrüse (rechte Seite).

 

Bild: Nebenschilddrüse - vergrößert

Abbildung_3: Die Nebenschilddrüse, die normalerweise ca. 5 mm Durchmesser aufweist, ist hier mit ca. 6 cm Länge deutlich vergrößert..

Vor Rezidivoperationen (Wiederholungseingriffen)  wird eine erweiterte Lokalisationsdiagnostik erforderlich. Hierfür kommen die Sesta-MIBI-Szintigraphie, MRT oder CT von Hals und oberem Mediastinum, die Bildfusion aus CT und Szintigraphie oder die selektive Katheterisierung der Halsvenen mit Bestimmung von PTH in Frage. In unserem Zentrum kommen alle diese Verfahren zur Anwendung, um schon vor der Operation möglichst genau die Lage der vergrößerten Nebenschilddrüsen bestimmen zu können.

Im Vorfeld des operativen Eingriffes sollte neben einer diätetischen Kalziumrestriktion auf eine forcierte Diurese (Urinausscheidung) geachtet werden, gegebenenfalls kommen auch Biphosphonate zum Einsatz. Bei Auftreten einer hyperkalzämischen Krise kann diese Therapie medikamentös durch Furosemid, Calcitonin und auch durch Blutwäsche (Hämodialyse) ergänzt werden. Bei frustraner medikamentöser Therapie ist ein sofortiges operatives Vorgehen indiziert.

Beim sHPT wird bei therapierefraktärer Hyperkalzämie nach suffizienter konservativer Behandlung die Indikation zur Operation gestellt. Diese kann auch im Falle eines normal hohen Kalziums bei extraossären Verkalkungen, deutlicher Erhöhung des PTH, ausgeprägter Hyperphosphatämie oder fortgeschrittener renaler Knochenerkrankung gegeben sein. Selbst nach erfolgreicher Nierentransplantation muß bei etwa 15% der Patienten eine Parathyreoidektomie erfolgen.