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Schilddrüsenzentrum

Chirurgie der Nebenschilddrüse

 

 

Der primäre Hyperparathyreoidismus (pHPT) ist die dritthäufigste endokrine Erkrankung und tritt jährlich bei etwa 2500 Menschen pro 100 000 Einwohner neu auf. Das Krankheitsbild ist gekennzeichnet durch eine erhöhte Sekretion von Parathormon (PTH). Dies ist ein Hormon, das in den Nebenschilddrüsen (auch Epithelkörperchen genannt) gebildet wird und für das Gleichgewicht (Homöostase) von Kalzium und Phosphat im Körper sorgt. Die meist vier paarig angelegten Nebenschilddrüsen liegen an der Rückseite der Schilddrüsenkapsel.

 

Bild: Skizze Lage der Nebenschilddrüsen

Abbildung_1: Lage der Nebenschilddrüsen

Die Überproduktion von Parathormon führt zu einer Erhöhung des Kalziumspiegels im Blut (Hyperkalzämie) und einem Absinken des Phosphatspiegels (Hypophosphatämie). Dies wiederum verursacht folgende typische Symptome, die aber nicht immer auftreten müssen:

Falls die Erkrankung unentdeckt bleibt, kann es auch zu einer hyperkalzämischen Krise kommen, die eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich macht.

Der pHPT tritt vorwiegend im 5. und 6. Lebensjahrzehnt auf, wobei Frauen häufiger als Männer betroffen sind. In 80% der Fälle wird der pHPT durch solitäre Knoten in der Nebenschilddrüse verursacht (Adenome), in 5% durch mehrere (multiple) Adenome. Seltenere Ursachen sind die gleichmäßige Vergrößerung aller vier Nebenschilddrüsen (Hyperplasie, in 15%) und bösartige Tumoren (Karzinome in <1%). Bei der Diagnose eines pHPT sollte zusätzlich auch immer an das Vorliegen der sehr seltenen sogenannten multiplen endokrinen Neoplasie (MEN) Typ 1 oder 2 gedacht werden, einer Erkrankung, die verschiedene hormonbildende Organe im Körper betreffen kann und die durch genetische Untersuchungen diagnostiziert wird.

Beim sekundären renalen Hyperparathyreoidismus (sHPT) hingegen führt eine chronische Nierenerkrankung zu Veränderungen im Kalzium- und Phosphatstoffwechsel. Sekundär kommt es zu einer Vergrößerung aller Nebenschilddrüsen mit einer Mehrsekretion von PTH. Der sHPT führt dabei vor allem zu Knochenschmerzen und durch Verminderung der Knochendichte auch zu Spontanfrakturen (renale Osteopathie). Die initial konservative Therapie beinhaltet die diätetische Verminderung der Phosphatzufuhr, die Gabe von Phosphatbindern und Vitamin D.

In unserem Zentrum werden pro Jahr mehr als 60 Operationen an den Nebenschilddrüsen durchgeführt.