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Minimal-invasive Chirurgie

Peritonealdialyse

 

 

Die Peritonealdialyse ist ein etabliertes Nierenersatzverfahren zur Behandlung von Patienten mit einer terminalen Niereninsuffizienz. Bei der Peritonealdialyse wird das Blut im Gegensatz zur Hämodialyse nicht über eine Memran, sondern über das Bauchfell (Peritoneum) gereinigt. Das Bauchfell wird hierbei als halbdurchlässige Membran genutzt. Es bietet sich zur Dialyse an, da es die Bauchhöhle vollständig auskleidet, die meisten Organe überzieht und sehr gut durchblutet ist.

1976 erstmalig durchgeführt, wird die Peritonealdialyse mittlerweile weltweit immer häufiger angewendet. In den Niederlanden, USA und Australien werden inzwischen ca. 30% der Patienten mit terminalem Nierenversagen mit der Methode der Peritonealdialyse behandelt. In der Bundesrepublik Deutschland beträgt der Anteil der Peritonealdialyse etwa 5-8%. An unserer Klinik werden jährlich etwa 25-30 Peritonealdialysekatheter laparoskopisch in den Bauchraum implantiert.

 

Peritonealdialysekatheter-Implantation

Zur Durchführung der Dialyse wird ein Katheter in Narkose in minimal-invasiver Technik in die Bauchhöhle eingebracht. Dabei wird das Ende des Peritonealdialysekatheters in den tiefsten Punkt des Bauchraums plaziert. Der Kathteter wird schräg durch die Bauchdecke über eine Strecke von 5-7 cm getunnelt und - je nach Patientenwunsch - oberhalb des Nabels links- oder rechtsseitig ausgeleitet. Der Peritonealdialysekatheter besteht aus Silikon und ist flexibel. Er ist ca. 35 cm lang und hat einen Durchmesser von 5 mm.

Für die Dialyse wird die Bauchhöhle über den Peritonealdialysekatheter mit 2-3 l Dialyselösung gefüllt. Die harnpflichtigen Substanzen gelangen nun nach dem Prinzip der Osmose aus dem Blut in die Dialyselösung. Nach einigen Stunden wird die nun mit den harnpflichtigen Substanzen versehene Dialyselösung wieder aus dem Bauchraum abgelassen und durch frische Dialyselösung ersetzt. Durch Zusatz von Glukose in die Dialyselösung wird dem Körper zusätzlich wiederum per Osmose überschüssiges Wasser entzogen.

Prinzipiell gibt es bei der Durchführung der Peritonealdialyse zwei unterschiedliche Verfahren: 1. Kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse (CAPD), 2. Automatische Peritonealdialyse (APD). Bei der CAPD wechselt der Patient ca. 4-5 mal am Tag die Dialyseflüssigkeit. Bei der automatischen Peritonealdialyse wird der Wechsel der Dialyseflüssigkeit durch einen Automaten durchgeführt. In der Regel wird dieses Verfahren nächtlich angewandt.

 

Die Vorteile der Peritonealdialyse gegenüber der Hämodialyse sind neben der einfachen Handhabung des Verfahrens der geringere apparative Aufwand und die wesentlich größere Mobilität. Insbesondere bei der nächtlichen Anwendung fühlen sich die Patienten kaum mehr eingeschränkt. Darüber hinaus bietet sich die Peritonealdialyse bei Patienten mit größeren kardiovaskulären Problemen bzw. sehr schlechtem Gefäßstatus an.

Die Entscheidung zur Durchführung der Peritonealdialyse verlangt vom Patienten eine große Eigenverantwortung. Besondere Sorgfalt muß dabei auf die Hygiene gelegt werden, da sich die Austrittstelle des Katheters infizieren kann, was wiederum zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen kann. Jeder Patient muß ein Dialyseprotokoll führen. Wichtig ist, auf eine ausgwogene Ernährung zu achten, da dem Körper während der Dialyse Vitamin und Eiweiß verloren gehen. Unsere Patienten werden vor Durchführung der Peritonealdialyse von unseren nephrologischen Kollegen sowie den Dialysefachschwestern intensiv für das Verfahren geschult.

Mögliche Komplikationen der Peritonealdialyse

Neben der Katheterinfektion, die zu einer Bauchfellentzündung führen kann, sind mechanische Probleme wie Katheterdislokation, Verlegung des Katheters mit Fibrin bzw. intraabdominellem Fettgewebe, Leckagen entlang des Kathteters und das Neuauftreten von Bauchwandbrüchen (Hernien) wegen des erhöhten Bauchinnenraumdrucks Komplikationen, die eine Unterbrechung der Peritonealdialyse erfordern.