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Minimal-invasive Chirurgie

Gallenblasensteine / Gallenblasenentzündung

 

 

Die Cholezystektomie (Entfernung der Gallenblase) bei symptomatischer Cholezystolithiasis (Gallenblasensteinleiden) ist nach der Appendektomie (Blinddarmentfernung) der häufigste abdominalchirurgische Eingriff. 15-20 % der westlichen Bevölkerung sind von der Erkrankung betroffen. Frauen dabei 2-3 mal häufiger als Männer. Die Standardtherapie des symptomatischen Galensteinleidens besteht in der Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie). 1882 wurde vom Berliner Chirurgen Carl Langenbuch die erste Cholezystektomie durchgeführt. Über 100 Jahre später erfolgte vom Böblinger Chirurgen Erich Mühe1985 die erste laparoskopische Cholezystektomie. Mittlerweile gilt die laparoskopische Cholezystektomie als "Gold-Standard" zur Therapie des Gallensteinleidens. Heute werden 90 % aller Cholezystektomien laparoskopisch durchgeführt. An unserer Klinik werden pro Jahr etwa 200 laparoskopische Cholezystektomien durchgeführt.

 

Anatomie und Funktion der Gallenblase

Die etwa 5x10 cm große Gallenblase liegt an der Unterseite des rechten Leberlappens. Ihr Fassungsvermögen beträgt ca. 30-70 ml. Über den Ductus cysticus (Gallenblasengang) ist die Gallenblase mit dem Hauptgallengang (Ductus choledochus) verbunden. Der Ductus choledochus mündet in den Zwölffingerdarm (Duodenum). In der Gallenblase wird die in der Leber produzierte Galle (täglich 0,5-1,5 l) zum Teil gespeichert und durch Wasserentzug eingedickt. Die Galleflüssigkeit besteht v.a. aus Gallensäuren, Fettsäuren, Proteinen, Calcium, Bicarbonat, Chloriden, Bilirubin, Cholesterin und Lezithin. Die Entleerung der Gallenblase erfolgt durch Nahrungsreize (Fett, Röstprodukte, Alkohol, Kaffee) über eine Stimulation der Gallenblasenmuskulatur. Die Gallensäuren fördern die Fettverdauung.

Bild: Gallenblase an der Unterseite der Leber.

Abbildung_1: Gallenblase an der Unterseite der Leber.

Erläuterungen: 1  Gallenblase, 2  Leber

Entstehung der Gallensteine

Die Entstehung der Gallensteine ist multifaktoriell. Voraussetzung ist eine Verschiebung des Lösungsgleichgewichts zwischen den Gallensäuren und den gelösten Substanzen (Calcium, Bilirubin, Cholesterin). Ursache hierfür sind Störungen der Gallenblasenentleerung und Entzündungen der Gallenblasenwand. Die Steine entstehen fast ausschließlich in der Gallenblase. Hochkalorische und fettreiche Kost, Adipositas, Einnahme von Östrogenen und zunehmendes Alter sind mit einem gehäuften Auftreten von Gallensteinen assoziiert.

Symptome

In der Mehrzahl der Fälle verursachen die Gallensteine keine Symptome. Hier ist in der Regel keine Therapie erforderlich. Im Verlauf entwickeln jedoch etwa 30-40% der Steinträger Beschwerden. Allgemeinsymptome umfassen v.a. Fettunverträglichkeit, Übelkeit, Aufstoßen Völlegefühl, Blähungen und Schweißausbrüche. Typische spezifische Symptome sind rechtsseitige Oberbauchschmerzen und Koliken (sehr starke, krampartige Schmerzen im rechten Oberbauch, die bis in die Schulter ausstrahlen können), die besonders nach fettreichen Mahlzeiten auftreten. Ursache der Koliken ist eine Gallenblasenkontraktion bei gleichzeitigem Vorliegen einer Abflußbehinderung der Galle durch einen Stein oder einer entzündlichen Schwellung. Wenn die Gallenblasensteine in den Hauptgallengang gelangen, kann es durch Abflußbehinderung der Galle zur Gelbsucht und bei Verschluß des Bauchspeicheldrüsengangs zu schweren Bauchspeicheldrüsenentzündungen (Pankreatitis) kommen. Bei einer Gallenblasenentzündung kommt es zu einem Dauerschmerz im rechten Oberbauch. Zusätzlich haben die Patienten Fieber.

Diagnostik

Besteht der Verdacht auf das Vorliegen von Gallenblasensteinen, sind folgende Untersuchungen notwendig:

 

Therapie

Prinzipiell gibt es drei Verfahren zur Behandlung von Gallensteinen:

Bild: Präparation der Gallenblase mit Darstellung von Ductus cysticus und Arteria cystica.

Abbildung_2: Präparation der Gallenblase mit Darstellung von Ductus cysticus und Arteria cystica.

Erläuterungen: 1  Gallenblase, 2  Ductus cysticus, 3  Arteria cystica

Zeitpunkt der Operation

Bei geringen Beschwerden kann die Operation elektiv, d.h. nach persönlichem Wunsch des Patienten, durchgeführt werden. Bei Vorliegen eines komplizierten Gallensteinleidens (Entzündung, Gallengangsteine mit Gelbsucht) sollte die chirurgische Therapie zügig initiiert werden. Werden bei einem Patienten Gallengangsteine diagnostiziert, so werden diese vor der Operation (sog. "therapeutisches Splitting") endoskopisch (ERCP) entfernt.

Komplikationen

Eine Verletzung der Gallenwege wird in 0,3-0,6% der Fälle beobachtet. Besonders Patienten mit einer schweren akuten oder chronischen Entzündung der Gallenblase weisen ein erhöhtes Risiko einer Gallengangskomplikation auf. Nachblutungen sind sehr selten. Wundheilungsstörungen treten in 3-5% der Fälle auf.