Chirurgie der Lunge
In der Klinik für Allgemein-, Visceral- und Transplantationschirurgie des Virchow-Klinikums werden neben dem breiten Spektrum der Allgemein- und Visceralchirurgie jährlich auch ca. 150 Eingriffe an der Lunge und den Luftwegen, der Pleura und dem Zwerchfell, dem Brustkorb und dem Mediastinum vorgenommen.
Hierbei werden therapeutische und diagnostische Eingriffe sowohl offen chirurgisch als auch minimal-invasiv (videoassistierte Thorakoskopie = VATS) durchgeführt.

Abbildung_1: Thoraskopischer Normalbefund einer Lunge (links); thoraskopische Befunderhebung der Lunge (rechts).

Abbildung_2: Thoraskopie (VATS) bei Verdacht auf Lungenfibrose.
Das thorakoskopische Spektrum umfaßt hierbei Mediastinoskopien, videoassistierte atypische Lungenteil- bzw. Keilresektionen (s. Abbildungen 2 und 3), Pleuraresektionen (partielle Pleurektomien), Pleurodesen (Verödung des Lungenfells, s. Abbildung 4), die Behandlung rezidivierender Pneumothoraces (Lungenkollaps), Hämatomausräumungen als auch diagnostische Biopsien (s. Abbildung 3) und Thoraxspülungen.

Abbildung_3: Thoraskopische Befundsicherung durch Lungenbiopsie.

Abbildung_4: Verödung des Lungenfells durch Talkumpoudrage.
Im Bereich der Lungenchirurgie werden Lungenresektionen (Lobektomien, Pneumektomien) hauptsächlich zur Behandlung des Bronchialkarzinoms sowie atypische Resektionen und Keilresektionen im Rahmen der Metastasenchirurgie durchgeführt. Zusätzlich werden rekonstruktive Eingriffe am Brustkorb bzw. an der Brustwand im Rahmen der Metastasenchirurgie durchgeführt. Komplizierende Verläufe einer Lungenentzündung mit Bildung eines Pleuraempyems werden mittels Drainageneinlage und Spülung und bei komplexerem Verlauf durch offene Wundbehandlung mittels Thoraxfensterung versorgt. Zusätzlich können in der Abteilung offen chirurgisch Entfernungen der Pleura (Dekortikationen) und deren Nachbehandlung bei Verschwartung des Lungenfells erfolgen.

Abbildung_5: Thoraskopische Entfernung von Emphysemblasen.
Im Rahmen der chirurgischen Mitbetreuung von Patienten mit einem Lungenversagen (ARDS), die als Schwerpunktzentrum durch die Abteilung für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin behandelt werden, erfolgen regelmäßig offen chirurgisch Drainageneinlagen, Lungenbiopsien sowie Tracheostomien als auch Lungenresektionen bei abszedierenden pneumonischen Prozessen.
Die enge Zusammenarbeit sowohl mit der pulmonologischen als auch radiologischen Abteilung der Charité sowie anderen Berliner Krankenhäusern gewährleistet neben der diagnostischen Versorgung der Patienten auch eine zügige operative Versorgung in unserer Abteilung. Nach entsprechender operativer Versorgung erfolgt dann die Weiterbehandlung in der pulmonologischen Abteilung bzw. in der Strahlentherapie der Charité.
Zur Patientenvorstellung bzw. Abklärung der Indikation zu einem thorax- bzw. lungenchirurgischen Eingriff wird jeweils dienstags zwischen 10.00 und 12.00 Uhr eine Sprechstunde in der chirurgischen Poliklinik des Virchow-Klinikums angeboten. Hierbei können auch spezielle Sachverhalte bzw. interdisziplinäre Fragestellungen durch Hinzuziehung von pulmonologischen und strahlentherapeutischen Kollegen vor Ort geklärt und besprochen sowie die weitere Therapieplanung festgelegt werden. Zusätzlich können täglich spezielle Sachverhalte und Zweitmeinungen in der chirurgischen Poliklinik des Hauses zwischen 8:00 und 14:00 Uhr abgeklärt bzw. eingeholt werden.

