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Leitmotiv Chirurgie

Chirurgie der Lunge

Indikation

 

 

Das Bronchial- bzw. Lungenkarzinom steht derzeit weltweit an der Spitze bei den zum Tode führenden bösartigen Neubildungen. Bei den Männern ist Lungenkrebs die häufigste Todesursache, bei Frauen derzeit an 3. Stelle mit steigender Tendenz. Jährlich erkranken hierbei über 30.000 Männer und über 8.000 Frauen am Lungenkrebs. Über 35.000 Menschen sterben dabei jährlich in der Bundesrepublik Deutschland am Lungenkrebs.

Dementsprechend stellt die chirurgische Behandlung des Bronchial- bzw. Lungenkarzinoms die Hauptindikation in der Thorax- und Lungenchirurgie dar. Grundsätzlich werden beim Lungenkrebs, der sich in der Regel ab der 6. Lebensdekade manifestiert, groß- und kleinzellige Karzinome unterschieden. Die großzelligen Karzinome (~80%) wachsen eher langsam und sind in der Regel, je nach Stadium, günstiger chirurgisch therapierbar. Sie werden in 3 Unterarten, d.h. Plattenepithelkarzinome (35-40%), Adenokarzinome (25-30%) und großzellige Subtypen (5-10%) unterschieden. Die kleinzelligen Karzinome (~20%) hingegegen wachsen sehr schnell und werden in der Regel chemotherapeutisch behandelt.

 

 Bild: Pneumektomiepräparat der linken Lunge bei Lungenkarzinom   Bild: Pneumektomiepräparat der rechten Lunge bei Lungenkarzinom

Abbildung_1: Pneumektomiepräparat der rechten Lunge bei zentral sitzendem Bronchialkarzinom (links) und Unterlappenresektat der linken Lunge (rechts) bei Lungenunterlappenkarzinom.

Für eine effiziente chirurgische Behandlung des Bronchial- bzw. Lungenkarzinoms ist hierbei die seitliche Eröffnung (Thorakotomie) des Thorax mit Entfernung des tumortragenden Lungenlappens und eine radikale Lymphknotenentfernung erforderlich. In Einzelfällen, bei ungünstigem Sitz des Tumors, muß ein weiterer Lungenlappen oder sogar die gesamte Lunge auf einer Seite entfernt werden. In den meisten Fällen erfolgt nach erfolgreicher Entfernung des Tumors noch eine chemotherapeutische Nachbehandlung. Diese ist jedoch von der Größe des Tumors, der Tumorausdehnung und dem Lymphknotenbefall abhängig.

Eine weitere Domäne der Lungenchirurgie ist die Entfernung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) verschiedener Tumore, die ihren Hauptsitz in einer anderen Körperregion haben (z.B. Dickdarmkrebs, Nierenzellkrebs, Hodenkrebs, etc.). Da die Lunge wie ein großer Filter wirkt, ähnlich wie die Leber, finden sich hier häufig Metastasen. Hierbei erfolgt auch die seitliche Eröffnung (Thorakotomie) des Thorax mit der sparsamen Entfernung des tumortragenden Lungengewebes mit Lymphknotenentfernung. Dieses Operation kann hierbei mehrfach an einer Lunge durchgeführt werden. Hauptsächlich werden Metastasen nach Dickdarmkrebs, Nierenzellkrebs, Osteosarkomen, Brust- oder Hodenkrebs mit guten Langzeitergebnissen entfernt.

 

 Bild: Metastasennachweis im CT der rechten Lunge

Abbildung_2: Metastasennachweis im CT in der rechten Lunge.

Bei Brustwandtumoren, Rippenmetastasen oder auf die Brustwand übergreifendem Lungenkrebs sind rekonstruktive Eingriffe am Brustkorb bzw. Brustwand mit Teilentfernung der Lunge und der Brustkorbwand erforderlich.

Im Rahmen der Abklärung von unklaren Lungenrundherden können heutzutage videoskopisch gestützte Brustkorbspiegelungen mit Gewebeprobenentnahme in minimal-invasiver Technik durchgeführt werden. Nach Vorlage des feingeweblichen Untersuchungsergebnisses wird dann die weitere Therapie entschieden. Bei gutartigen Tumoren, die in 10% der Fälle bei unklaren Rundherden in der Lunge vorliegen, ist keine weitere Therapie erforderlich. Bei Nachweis eines bösartigen Tumors muß eine weitere Operation mit seitlicher Eröffnung des Brustkorbes und radikaler Entfernung der Lymphbahnen und -knoten erfolgen.

 

 Bild: Entfernung eines pulmonalen Rundherds durch VATS

Abbildung_3: Entfernung eines unklaren Lungenrundherdes durch VATS.

Bei erneut auftretenden Lungenkollapsen (Pneumothoraces) kann durch eine Entfernung von Blasen an der Lunge sowie eine teilweise Entfernung des Lungenfells in minimal-invasiver als auch offener (Thorakotomie) Technik in über 95% Beschwerdefreiheit erreicht werden.

 

 Bild: Videoassistierte Teilentfernung des Lungenfells zur Behandlung des rezidivierenden Lungenkollapses (partielle Pleurektomie in VATS-Technik).

Abbildung_4: Videoassistierte Teilentfernung des Lungenfells zur Behandlung des rezidivierenden Lungenkollapses (partielle Pleurektomie in VATS-Technik).