Zum Navigationsmenü springen. Zum Inhalt springen.
Intranet
iPunkt
Suche
Kontakt
Leitmotiv Chirurgie
Icon Leber

Lebertransplantation

Immunsuppression

 

 

Basisimmunsuppression

Trotz bedeutender Unterschiede in der Gestaltung der immunsuppressiven Therapie basieren die meisten immunsuppressiven Regime auf einem der Calcineurin-Inhibitoren (Tacrolimus [TAC] oder Cyclosporin A [CsA]) und Steroiden. Die Wirkung von Tacrolimus (FK506, Prograf®) und Cyclosporin A (Sandimmun Optoral®, Neoral®) beruht auf einer Blockierung von Calcineurin, das die m-RNA-Produktion von Interleukin-2 (IL-2) steuert. Initialer Schritt ist die Bindung an die isomeren zytoplasmatischen Proteine Cyclophyllin (Cyclosporin A) bzw. FK-bindendes Protein. Verglichen mit CsA wird die Potenz zur IL-2 Inhibition von TAC um das 10- bis 100- fache höher eingeschätzt. Im Gegensatz zu CsA aktiviert TAC nicht Transforming Growth Factor ß (TGFb). Ähnlichkeiten zeigen sich ebenfalls bei den potentiellen Nebenwirkungen. Diese umfassen v.a. Nephrotoxizität inkl. Elektrolytstörungen, Neurotoxizität, arterieller Hypertonus, Hypercholesterinämie, Diabetes mellitus, Hepatotoxizität und Myelotoxizität.

Cyclosporin A und Tacrolimus besitzen ein ähnliches immunsuppressives Potential. In großen Multicenter-Studien dokumentierte sich dies in vergleichbaren 5-Jahres-Überlebensraten und Abstoßungsraten. Tendentiell waren die Ergebnisse für Tacrolimus leicht besser. So zeigte die United States FK506 Study Group, dass Biopsie-verifizierte akute Rejektionen im ersten Jahr unter TAC in 68% und damit signifikant weniger häufig auftraten als unter CsA mit 76% (p<0.001). Gleiches gilt für steroid-resistente Rejektionen (19% bzw 36%, p<0.001). In den folgenden Jahren nach Lebertransplantation nivelliert sich dieser Unterschied. Bei einem ähnlichen, tendentiell unter TAC leicht verbesserten kumulierten 5-Jahresüberleben und -organüberleben besteht in Patienten mit TAC-Immunsuppression ein deutlich höheres mittleres Überleben als in der CsA-Gruppe. In speziellen Indikationsgruppen wie z.B. Hepatitis C und, viel eindrücklicher, primär sklerosierender Cholangitis wurden deutliche Vorteile einer TAC-Therapie bezüglich Patientenüberleben bzw. Abstoßungsraten, steroid-resistenter Abstoßung, Retransplantationsrate, Organüberleben sowie chronischer Abstoßung offensichtlich. Die Inzidenz von de novo Malignomen inklusive lymphoproliferativen Erkrankungen nach Transplantation (post-transplant lymphoproliferative disorders - PTLD) scheint unter beiden Basisimmunsuppressiva vergleichbar zu sein.