Lebertransplantation
Immunsuppression
Überblick Immunsuppressiva
WICHTIGER HINWEIS
Die Erkenntnisse in der Medizin unterliegen einem laufendem Wandel durch Forschung und klinische Erfahrung. Die Autoren der Übersichtsartikel haben grosse Sorgfalt darauf verwendet, dass die gemachten therapeutischen Angaben (insbesondere bezüglich Indikation, Dosierung und Nebenwirkungen) dem derzeitigen Wissensstand entsprechen. Das entbindet den Leser / die Leserin nicht von der Verpflichtung, anhand der Fachinformation zu verschreibender Präparate zu überprüfen, ob die dort gemachten Angaben von denen hier angegebenen abweichen und ihre/seine Verordnung in eigener Verantwortung zu treffen.
Cyclosporin A | Tacrolimus | Prednison, Methylprednisolon | Azathioprin | Mycophenolat Mofetil | Rapamycin | Anti-T-Lymphozytenglobulin, Anti - Lymphozytenglobulin | Anti-CD3-Antikörper | Antiinterleukin-2 - Rezeptor - Antikörper (Basiliximab, Daclizumab) | weitere monoklonale Antikörper
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Chemische Struktur |
Zyklisches Polypeptid aus elf Aminosäuren (Undecapeptid) |
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Wirkung |
Cyclosporin A bindet an das zytoplasmatische Protein Cyclophyllin und hemmt auf diesem Wege Calcineurin. Dies führt zu einer Verringerung der mRNA-Synthese u.a. für Interleukin-2. CsA blockiert die ruhenden Lymphozyten in der G0- oder G1-Phase des Zellzyklus. Es hemmt die Produktion und Freisetzung von Zytokinen und T-Zell-Wachstumsfaktoren. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
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Dosierung |
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Wirkspiegel |
(whole blood trough level; ungefähre Angaben; klinisches Bild entscheidend) |
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Chemische Struktur |
Tacrolimus ist ein von Streptomyces tsukubaensis isoliertes Makrolidlakton mit immunsuppressiver Wirkung. |
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Wirkung |
Der Effekt von Tacrolimus wird von einem zytoplasmatischen Protein (FK-Bindungsprotein - FKBP) vermittelt, das auch für die intrazelluläre Anreicherung verantwortlich ist. Dadurch Blockierung von Calcineurin und Down-Regulation der mRNA Synthese für Interleukin-2. Abgesehen davon wird die Synthese von Interleukin-3 und Interferon-g sowie die IL-2-Rezeptor-Expression unterdrückt. Tacrolimus hemmt die Bildung von zytotoxischen T-Lymphozyten und deren Aktivierung und unterbindet die davon abhängige B-Zell-Proliferation. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
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Dosierung |
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Wirkspiegel |
(whole blood trough level; ungefähre Angaben; klinisches Bild entscheidend) |
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Chemische Struktur |
Steroid (Glucocorticoid) |
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Wirkung |
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Unerwünschte Wirkungen |
(Unerwünschte Wirkungen in Abhängigkeit von der Anwendungsdauer und Dosis) |
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Indikation |
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Dosierung |
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Chemische Struktur |
Purin-Analogon (6-Mercaptopurin; schwefelanaloges Adenin) |
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Wirkung |
Intrazelluläre Spaltung in Thioinosin. Dadurch Hemmung der Glutamin-5-phosphoribosylpyrophosphat-amidotransferase. Dieses Enzym katalysiert den ersten Schritt der Purinbiosynthese. Damit Eingiff in den die Purin-Neusynthese regulierenden Rückkopplungsmechanismus. Durch Strukturähnlichkeit mit Inosin-Hemmung der Enzyme, die diese in Xanthinsäure und Adenylsuccinat überführen. Auch dadurch Eingiff in die Purin-Neosynthese. Daher Eingriff in DNA- und RNA-Synthese von B- und T-Lymphozyten, die mehr als andere Gewebetypen auf die Purin-Neosynthese angwiesen sind. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
Immunsuppression in Kombination mit Basisimmunsuppressivum |
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Dosierung |
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Chemische Struktur |
2-Morpholinoethylester von Mycophenolsäure (MPA) |
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Wirkung |
MPA ist ein selektiver, nicht-kompetitiver und reversibler Hemmer der InosinmonophosphatDehydrogenase. Dadurch Hemmung der de novo-Synthese der GuanosinNukleotidsynthese ohne Einbau in die DNS. Da Lymphozyten stärker als andere Zelltypen auf den de novo-Syntheseweg als auf den Wiederverwertungsstoffwechsel angewiesen sind, wirkt MPA bzw. MMF in diesen stärker zytostatisch als in anderen Zellen. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
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Dosierung |
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Chemische Struktur |
Sekundärer Makrolidmetabolit, hergestellt aus Streptomyces hygroscopicus bzw. Derivate |
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Wirkung |
Komplexbildung mit Fk-Bindungsprotein. Inhibition der Wachstumsfaktor-abhängigen Proliferation von hämatopoetischen und nicht-hämatopoetischen Zellen in der G1 bis S-Phase (statt G0-G1-Phase für CsA und TAC). Das dazu verwendete Signal ist Calcium-unabhängig. Rapamycin hemmt die glatte Muskelzell-Proliferation. Im Gegensatz zu den Calcineurininhibitoren keine Nephrotoxizität. Offenbar steht eine Immunsuppression mit Rapamycin im Gegensatz zur Verwendung von Calcineurininhibitoren einer Toleranzinduktion nicht im Wege. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
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Dosierung |
Gegenwärtig nach Studienprotokollen |
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Chemische Struktur |
Muriner monoklonaler Antikörper gegen CD3 |
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Wirkung |
Spezifische Bindung an ein Glycoprotein des CD3-Komplexes, der auf allen T-Lymphozyten exprimiert wird. Dadurch Verhinderung der Signaltransduktion und spezifische Hemmung der Lymphozyten. |
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Unerwünschte Wirkungen |
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Indikation |
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Dosierung |
5 mg tgl. i.v. als Bolus über max. 10-14 Tage |
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Anti-IL-2R |
BT563, anti-TAC, 33B3.1, LO-Tact-1 |
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Anti-TCR ab-Kette |
(T10B9) |
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Anti-ICAM-1 |
(ICAM-1) |
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Anti-LFA-1 |
(LFA-1) |
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Anti-CD4 |
(OKT4, BLA, MT151) |

