Lebendspende-Lebertransplantation
Technik der Lebendspende-Lebertransplantation
Zur Veranschaulichung werden im folgenden die wichtigsten Schritte einer Leberspendeoperation gezeigt. Der Operationsverlauf passt sich selbstverständlich bei jedem Patienten den jeweiligen Gegebenheiten und Erfordernissen an und kann von dem hier gezeigten Verlauf abweichen.
Eröffnung der Bauchhöhle:
Die Operation beginnt, wie gezeigt,
mit der winkelförmigen Eröffnung der Bauchhöhle, die manchmal
zur besseren Übersicht nach links zu einem T-förmigen Schnitt
erweitert wird (Mercedes-Stern-Schnitt).

Bild_1: Eröffnung der Bauchhöhle, "Mercedes-Stern-Schnitt".
Exploration der Bauchhöhle:
Es folgt nun die intraoperative
Exploration der Bauchhöhle: Die Ergebnisse der präoperativen Untersuchungen
für Lebergröße, Beschaffenheit des Lebergewebes und Gefäß-
und Gallengangsanatomie werden mittels chirurgischer Erfahrung, Ultraschall
und einer Kontrastmitteldarstellung der Gallenwege (Cholangiographie) mit den
tatsächlichen Gegebenheiten verglichen und hiermit die Evaluation des Spenders
abgeschlossen.

Bild_2: Intraoperativer Ultraschall (IOUS): Darstellung der mittleren Lebervene als Leitstruktur für die anatomische Leberteilresektion.

Bild_3: Gallengangsdarstellung: Einführung der Gallengangssonde in den Gallenblasengang (Ductus cysticus), Klemmen des Gallengangs (Ductus hepatocholedochus) zum Darm hin, Setzen einer Markierungsklemme hilusnah und Kontrastmitteldarstellung.
Sollte sich bei diesen Untersuchungen wider Erwarten ein Befund ergeben, der die Durchführung der Leberspende als zu risikoreich erscheinen lässt, wird die Operation zum Schutz des Spenders an dieser Stelle abgebrochen. Dies ist nach unserer Erfahrung jedoch in nur sehr seltenen Fällen erforderlich.
Festlegung der Resektionslinie:
Ansonsten kann nun die definitive
Resektionsebene, die Ebene, in der die Leber geteilt wird, festgelegt werden.
Wie eingangs erwähnt, wird bei der Spende für einen jugendlichen oder
erwachsenen Empfänger in der Regel die rechte Leberhälfte entommen
(Hemihepatektomie rechts, Lebersegmente V-VIII, wie im weiteren gezeigt). Bei
Transplantationen für Säuglinge und Kinder reicht, abhängig von
der Körpergröße, im allgemeinen der linke Leberlappen (linkslaterale
Resektion, Lebersegmente II und III).
Die eigentliche Resektion umfasst die im folgenden dargestellten Schritte:
1. Markierung der definitiven Resektionslinie mit dem Elektrokauter.

2. Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie) und Präparation des Leberhilus mit Leberarterie, Pfortader und Gallengang.

3. Durchtrennung des Lebergewebes (mit CUSA, bipolarer Pinzette, Titanklammern und Ligaturen).

Zustand nach der Durchtrennung (getrennte Leberhälften, Leberarterie und Pfortader mit einem blauen Bändchen angeschlungen, Gallengang mit einer Sonde markiert).

4. Klemmen und Durchtrennen der Gefäße und des Gallengangs der
rechten Leberhälfte und schließlich Entnahme des Resektates.
Nach Durchspülung mit einer speziellen eiskalten Konservierungsflüssigkeit
kann das Transplantat nun in den benachbarten Operationssaal gebracht und dort
dem Empfänger eingepflanzt werden.
5. Beim Spender werden nun die
Stümpfe der Gefäße und des Gallengangs durch Nähte verschlossen.
Zustand nach Entnahme der rechten Leberhälfte (zu sehen sind die verbleibende linke Leberhälfte mit den Segmenten II,III und IV).

Beendigung der Operation:
Nach Blutstillung und Einlage eines Schlauchs
zur Drainage des Wundsekrets aus der Bauchhöhle wird die Bauchdecke wieder
zugenäht und ein Verband angelegt. Nach Beendigung der Narkose wird
der Patient nun zur weiteren Überwachung auf die Intensivstation verlegt.

