Chirurgie hepatischer Metastasen
Lokale Tumordestruktionsverfahren
Lokale Ablationsmethoden wie die Kryotherapie oder Radiofrequenzablation (RFA) sind in letzter Zeit zunehmend eingesetzt worden, um den Tumor in situ zu zerstören. Die am besten untersuchte Methode ist die RFA, die auch in Berlin eingesetzt wird. Die Effizienz dieser Therapieformen ist bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht in prospektiven randomisierten Studien untersucht worden. Die RFA ist sowohl perkutan laparoskopisch als auch offen chirurgisch möglich und wird aktuell bei Prozessen von bis zu 5 cm Durchmesser angewandt. Die Studienlage dieses Verfahrens ist sehr kontrovers. Eine multizentrische Studie, in der 423 Patienten mit 615 metachronen kolorektalen Läsionen (Mittelwert pro Patient 1,4) und einer durchschnittlichen Tumorgröße von 2,7 cm mit RFA behandelt wurden, wurde kürzlich publiziert. In dieser selektionierten Patientengruppe mit einer geringen Anzahl metachroner und relativ kleiner Tumorknoten zeigte sich ein lokaler Tumorprogress bei 25% der Patienten, wobei die 1-, 3- und 5-Jahres-Überlebensrate 86, 47 und 24% betrug. Dies entspricht den Daten von anderen Arbeitsgruppen, die gezeigt haben, dass die lokale Tumorprogression nach RFA wahrscheinlicher ist als nach chirurgischer Resektion und dass die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten, die mit einer RFA behandelt werden, geringer ist. Die RFA wird bei geringer Morbidität und Mortalität gut von den Patienten vertragen. Allerdings hat eine Untersuchung gezeigt, dass unter 312 Patienten, die insgesamt 350 RFA-Behandlungen erhielten (226 perkutan und die übrigen intraoperativ), 5 Todesfälle auftraten. Die absolute Zahl der Komplikationen betrug über 10% und beinhaltete Pleuraergüsse, Pneumothorax, subkapsuläre Hämatome und Nadeltrakttumoren. Besonders in Kombination mit der Resektion lassen sich mit der RFA gute Ergebnisse erzielen. Bei Patienten mit bilobärem Tumorwachstum kann unter Umständen der eine Leberlappen chirurgisch entfernt und kleinere Herde im verbleibenden Leberlappen mit RFA zerstört werden.

Abbildung 1: Sonografisch gesteuerte Zerstörung einer Lebermetastase durch Hitzeeinwirkung.

Abbildung 2: Lebermetastase vor und nach Zerstörung durch Hitzeeinwirkung bei einem Patienten, der bereits leberteilreseziert war.

