Chirurgie hepatischer Metastasen
Nachsorge
Die Nachsorge bei kolorektalen Lebermetastasen erfolgt in direktem Zusammenhang mit dem primär resezierten kolorektalen Karzinom. Nach kurativer Therapie eines kolorektalen Karzinoms besteht für 5 Jahre ein erhöhtes Risiko für ein lokales oder lokoregionäres Rezidiv (3-24%), Fernmetastasen (25%) oder einen metachronen Zweittumor. Hieraus leitet sich grundsätzlich die Begründung für eine Nachsorge dieser Patienten ab: Ein Rezidiv sollte so früh entdeckt werden, dass ein operativer Zweiteingriff in kurativer Absicht möglich ist. Objektive Ziele sind neben der Heilung oder Lebensverlängerung bei Rezidiv der Nachweis von Zweittumoren sowie der Nachweis und die Beseitigung nicht rezidivbedingter Folgen der Tumorkrankheit oder der operativen Therapie. Subjektive Ziele der Nachsorge sind auf die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten ausgerichtet.
Wertigkeit diagnostischer Methoden in der Nachsorge
Die Bestimmung des karzinoembryonalen Antigens (CEA) wird alle 6 Monate für mindestens 2 Jahre empfohlen. Ein erhöhter CEA-Wert erfordert eine weitere Diagnostik, berechtigt aber nicht zum Beginn einer systemischen Chemotherapie bei Verdacht auf ein Rezidiv des metastasierten Tumorstadiums.
Die Sonographie ist zur Erkennung von Lebermetastasen technisch gut geeignet. Die Expertenkommission bewertet die Sonographie als einfachstes und kostengünstigstes Verfahren und schlägt daher ihre Nutzung zur Diagnostik auf Lebermetastasen vor.
Die Sensitivität der Sonographie zum Nachweis von Lebermetastasen schwankt in einem weitem Bereich zwischen 53% und 82%. Insbesondere nach erfolgter Leberresektion kann die Sonographie erschwert sein. Sie ist der Computertomographie in dieser Hinsicht in den meisten Studien unterlegen. Weiterhin kann man im CT neu aufgetretene Lungenmetastasen oder andere Veränderungen im Bauchraum, wie z.B ein Rezidiv an der ehemaligen Dickdarmresektionsstelle, besser diagnostizierten.
Zeitlicher Ablauf der Nachsorge
In den ersten beiden Jahren nach der Operation eines kolorektalen Karzinoms treten 80% der Rezidive auf, wobei nach 5 Jahren praktisch keine neuen Rezidive mehr festgestellt werden. Dies gilt auch für Lebermetastasen, die kurativ chirurgisch entfernt worden sind. Dies rechtfertigt jedoch nicht, die Nachsorge über das fünfte postoperative Jahr hinaus auszudehnen.
In den meisten Studien wurden die Nachsorgeintervalle im ersten und zweiten postoperativen Jahr mit 3 Monaten kürzer gehalten als in den darauffolgenden Jahren. Dreimonatliche Intervalle erwiesen sich in einer Studie bei ansonsten gleichen Untersuchungsmethoden besser als Kontrollen in 6-monatlichen Abständen. Allerdings erhielten die Patienten in der dreimonatlich nachgesorgten Gruppe jährlich noch zusätzlich ein CT. Die Konsensuskonferenz entschied sich bei Fehlen eindeutiger Daten für Untersuchungsintervalle von 6 Monaten in den ersten 2 Jahren.


