Chirurgie hepatischer Metastasen
Indikationen und Ergebnisse
Langzeitergebnisse der Leberresektionen
Vor wenigen Jahren noch wurden Leberresektionen bei Metastasen nur bei Patienten mit weniger als 3 Tumorknoten kleiner als 5 cm durchgeführt. Die Analyse einer Vielzahl von Studien hat aber gezeigt, dass auch Patienten mit mehr und größeren Knoten von der Operation profitieren, wenn eine vollständige Tumorentfernung gewährleistet ist. Das hat dazu geführt, dass die Leitlinien zur Operation von Lebermetastasen im letzten Jahr geändert wurden und die Operation immer dann indiziert ist, wenn eine vollständige Resektion möglich ist. Dies gilt auch, wenn gleichzeitig Lungenmetastasen, die vollständig entfernt werden können, vorliegen. Leberresektionen kolorektaler Metastasen gewährleisten Überlebensraten von bis zu 40% nach 5 Jahren. Nach der Resektion entwickeln zwei Drittel der Patienten erneut ein Rezidiv des Tumors, wobei zirka 50% der Rezidive die Leber betreffen.
Prognostische Parameter
Eine Vielzahl von Studien hat die Langzeitverläufe von Patienten mit kolorektalen Karzinomen nach Leberresektion untersucht, um die relevantesten Prognosefaktoren zu identifizieren. Die Variablen, die am sichersten mit einem Therapieversagen assoziiert, sind: 1) Tumorrest nach erfolgter Leberresektion und 2) nicht resektable extrahepatische Tumormanifestation zum Zeitpunkt der Resektion. Die häufigsten extrahepatischen Manifestationen kolorektaler Metastasen sind Thorax, Abdomen und Kolon. Zur präoperativen Diagnostik gehört der Ausschluss eines Lokalrezidivs sowie anderer Fernmetastasen. Insgesamt zeigt die Analyse der verschiedenen Studien, dass die Lokalisation des zugrunde liegenden Tumors und das Geschlecht des Patienten eher keine Rolle spielen. Dagegen sind die Anzahl der Metastasen, die Tumorgröße, das Vorliegen von hilären Lymphknotenmetastasen, die präoperativen CEA-Werte, der zeitliche Abstand zur Primäroperation und der TNM-Status des Primarius signifikant mit dem Überleben assoziiert. Die Rolle der notwendigen tumorfreien Resektionsgrenzen wird kontrovers diskutiert. Im eigenen Patientengut von mehr als 500 Patienten zeigten sich aber diesbezüglich keine Unterschiede im Überleben, sofern eine R0-Resektion vorlag.
In Studien mit über 100 Patienten konnte zusätzlich gezeigt werden, dass eine Resektion auch dann sinnvoll ist, wenn der verbleibende extrahepatische Tumor resektabel ist. Das gilt auch für synchrone resektable Lungenmetastasen. Diese Ergebnisse, in Verbindung mit der verbesserten Diagnostik und chirurgischen Technik, haben dazu geführt, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt ausschließlich die nicht resektable extrahepatische Tumorausdehnung und der nicht vollständig resektable Lebertumor selbst Kontraindikationen für eine Leberresektion kolorektaler Lebermetastasen darstellen.

