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Chirurgie des Hepatozellulären Karzinoms

Symptome und Diagnostik

 

 

Hepatozelluläre Karzinome bleiben lange asymptomatisch und daher unerkannt, wenn nicht gleichzeitig eine chronische Lebererkrankung vorliegt. Die häufigsten Symptome sind relativ unspezifisch: Druckgefühl, Oberbauchschmerzen, Gewichtsverlust, sowie Appetitlosigkeit und ein Leistungsknick. Ein HCC in Leberzirrhose wird häufig im Frühstadium durch Vorsorgeuntersuchungen wegen der zugrunde liegenden Leberzirrhose diagnostiziert.

Bei der Verdachtsdiagnose eines hepatozellulären Karzinoms sollten zunächst folgende Untersuchungen obligat durchgeführt werden:

1. Ultraschalluntersuchung des Abdomens
2. Röntgenuntersuchung der Lunge
3. Laborchemische Untersuchungen (Tumormarker: AFP; Hepatitis-Serologie,
    Leberfunktionswerte)

Das  α1-Fetoprotein (AFP) ist ein klinisch bedeutender Tumormarker. Er ist bei ca. 50% der Patienten mit einem HCC erhöht. Ein erhöhtes AFP gilt in Kombination mit einem Tumorknoten in der Bildgebung als diagnostisch für das Vorliegen eines HCC. Das AFP sollte im Rahmen der Tumornachsorge regelmäßig bestimmt werden, wenn es präoperativ erhöht war.

Da für den Chirurgen zur Wahl des Operationsverfahrens Lage und Ausbreitung des Tumors von entscheidender Bedeutung sind, erfolgt in unserer Klinik als weitere obligate Untersuchung eine Computertomographie des Abdomens (Mehrzeilen-CT, MSCT). Bei Verdacht auf Vorliegen von Lungenmetastasen sollte eine Thorax-CT ergänzt werden.

 

Bild: Mehrzeilen-Computertomographie der Leber mit Kontrasmittel: HCC in Leberzirrhose.

Abbildung_1: Mehrzeilen-Computertomographie (MSCT) der Leber mit Kontrastmittel: HCC in Leberzirrhose.

Die Magnetresonaztomographie (MRT) mit leberspezifischem Kontrastmittel (Eisen, Gadolinium) kann wichtige zusätzliche Informationen über die Art und die Ausbreitung eines Lebertumors geben. Ihr kommt eine besondere Bedeutung bei der oft schwierigen Unterscheidung von kleinen, gutartigen Regeneratknoten in einer Leberzirrhose und einem HCC zu. Weitere Vorteile dieser Untersuchung liegen in der Bildgebung ohne Strahlenexposition und im Einsatz von Kontrastmitteln, die im Gegensatz zu Kontrastmitteln bei einer Computertomographie nicht nierenschädlich sind.

 

Bild: Magnetresonanztomographie der Leber mit dem Kontrastmittel Resovist: HCC in Leberzirrhose.

Abbildung_2: Magnetresonanztomographie der Leber mit dem Kontrastmittel Resovist: HCC in Leberzirrhose.

Die sonographisch oder CT-gesteuerte Punktion zur Gewinnung einer Feinnadelbiopsie (Gewebeprobe) wird dann notwendig, wenn durch die zuvor durchgeführten bildgebenden Verfahren (Ultraschall, CT, MRT) keine sichere Diagnose möglich ist. Sie sollte nur erfolgen, wenn die durch die Punktion erlangten zusätzlichen Informationen eine Konsequenz für die Therapie haben.

Eine Angiographie (Gefäßdarstellung) ist aufgrund der sehr genauen Informationen, die durch Computer- und Magnetresonanztomographie erlangt werden können, nur selten erforderlich. Diagnostisch kommt sie nur in Betracht, wenn bei sehr hohem AFP die bildgebenden Untersuchungen keinen Tumorknoten zeigen. Vor einer möglichen Lebertransplantation kann im Rahmen der Angiographie eine Tumorembolisation (TACE) durchgeführt und somit die Wartezeit überbrückt werden.

Die Positronenemissionstomographie in Kombination mit der Computertomographie (PET-CT) ist im Rahmen der Diagnostik eines hepatozellulären Karzinoms bislang nur in Ausnahmefällen indiziert, wird aber in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) ist nur dann sinnvoll, wenn aufgrund der zuvor beschriebenen Untersuchungen die Indikation zur Operation nicht sicher zu stellen ist.