Chronische Verschlußprozesse
der Becken- und Beinarterien
Operationstechnik
Vorrangiges Ziel im Stadium III und IV ist der Erhalt der Extremität, während im Stadium II die Verbesserung der Lebensqualität durch Verlängerung der schmerzfreien Gehstrecke angestrebt wird.
Operationen an den Becken- und Beinarterien werden in Allgemeinnarkose durchgeführt. Nach der Operation werden die Patienten in der Regel zurück auf die Normalstation verlegt. Bereits ab dem 1. postoperativen Tag erhalten die Patienten Medikamente, die das Verkleben der Blutplättchen (Thrombozytenaggregation) und damit das Wiederauftreten einer Verengung verhindern sollen. Ein typisches Medikament ist ASS (Aspirin), das in einer täglichen Dosierung von 100 ml verabreicht wird und lebenslang eingenommen werden sollte. Unter Umständen kann eine stärkere Blutverdünnung (z.B. mit Marcumar) notwendig werden. Am 2. postoperativen Tag werden die bei der Operation eingelegten Wundsekretdrainagen entfernt. Etwa 1 Woche nach der Operation kann der Patient das Krankenhaus wieder verlassen.
Standardverfahren
Thrombendareriektomie
Bei der Thrombendarteriektomie (Ausschälplastik) wird der verkalkte Plaque, der die Verengung der Gefäßwand bewirkt, hart ausgeschält und das Gefäß danach entweder direkt oder mittels Einnähung eines Kunststoff-Flickens (Patch) wieder verschlossen. Diese Operationsmethode ist indiziert bei Verschlüssen, die auf die Leistenregion beschränkt sind.
Bypass
Die Anlage eines Bypasses ist angezeigt bei langstreckigen Verschlüssen der Becken- und Beinarterien. Als Bypassmaterialien eignen sich körpereigene Venen sowie Gefäßprothesen aus Kunststoff (PTFE, GoreTex). Unabhängig von dem verwendeten Bypassmaterial muss die betroffene Schlagader obehalb und unterhalb des Verschlusses dargestellt werden. Hierzu wird in der Regel in der Leiste ein Längsschnitt durchgeführt und hier die Arteria femoralis dargestellt. Je nach Länge des Gefäßverschlusses erfolgt entweder ober- oder unterhalb des Knies über einen weiteren Hautschnitt die Darstellung der Schlagader unterhalb des Gefäßverschlusses. Bei Verwendung eines Kunststoffbypasses wird dieser unter der Haut durchgezogen und ober- und unterhalb des Verschlusses mit der Schlagader verbunden. Bei Verwendung einer körpereigenen Vene wird bevorzugt die oberflächliche Vene am Bein benutzt und ebenfalls ober- und unterhalb des Verschlusses mit der Schlagader verbunden. Im dazwischen liegenden Bereich verbleibt die Vene in ihrem natürlichen Bett, was ihr eine besondere Elastizität und damit eine lange Lebensdauer des Bypasses erlaubt.
Interventionelle Verfahren
Die Beseitigung einer Verengung der Bein- und Beckenarterien durch Aufdehnen des Gefäßes und Einlage eines Drahtgeflechtes (Stent) zum Offenhalten des Gefäßes ist in vielen Fällen möglich. Günstig für eine Aufdehnung sind insbesondere kurzstreckige Verschlüsse im Becken- und Oberschenkelbereich. Speziell im Beckenbereich ist die interventionelle Behandlung der operativen im Ergebnis gleichwertig.
Für welchen Patienten sich eher ein interventionelles oder operatives Verfahren eignet, wird in unserer Klinik in enger Absprache zwischen Radiologen und Chirurgen gemeinsam beschlossen, um allen Patienten die bestmögliche Therapie zu ermöglichen.

