Chirurgie des Dickdarms
Nachsorge und anschließende Therapie
Als Grundlage für eine solche Therapie dient die histopathologische Auswertung. Zur Beurteilung der Beteiligung von regionären Lymphknoten müssen mindestens 12 Lymphknoten untersucht werden, um die Aussage "keine Lymphknotenbeteiligung" (N0) machen zu können.

Abbildung_1: Dickdarmkarzinom.
Für Patienten im UICC-Stadium II besteht derzeit außerhalb von
klinischen Studien keine gesicherte Indikation für eine adjuvante Chemotherapie.
Der
positive Nutzen einer adjuvanten Therapie im UICC-Stadium III ist unstrittig.
Diese basiert prinzipiell auf den Substanzen 5-Fluorouracil und Folinsäure.
Der Therapiebeginn wird grundsätzlich 6-8 Wochen nach Tumorresektion empfohlen.
Beim
metastasierten Kolonkarzinom (UICC-Stadium IV) werden folgende Kombinationstherapien
eingesetzt:
- FOLFOX
Das FOLFOX-Schema besteht aus einer Kombination von 3 medikamentösen Wirkstoffen:
- Folinsäure (Leukovorin) - FOL
- 5-Fluorouracil (als Dauerinfusion) - F
- Oxaliplatin - OX
- FOLFIRI
Das FOLFIRI-Schema besteht aus einer Kombination von 3 medikamentösen Wirkstoffen:
- Folinsäure (Leukovorin) - FOL
- 5-Fluorouracil (als Dauerinfusion) - F
- Irinotecan (Campto®) - IRI
Die Wirksamkeit der Kombinationstherapien (FOLFIRI) in der Erstlinientherapie bei Patienten mit metastasiertem Kolonkarzinom wird durch die Zugabe des Antikörpers Bevacizumab (Avastin®, im Rahmen von Studien, s.u.) noch einmal deutlich erhöht. Bevacizumab ist ein humanisierter, monoklonaler Antikörper gegen den Rezeptor für den vaskulären Gefäßwachstumsfaktor VEGF. Es handelt sich also hier um eine Antiangiogenese-Strategie.
Ähnliches gilt für Kombinationstherapien, die den monoklonalen Antikörper Cetuximab (Erbitux®) enthalten. Das Vorhandensein von EGF-Rezeptoren bei Patienten mit Darmkrebs wird als negativer Prognosefaktor angesehen. Bei bis zu zwei Drittel der Darmkrebspatienten sind die EGF-Rezeptoren zahlreich vorhanden. Cetuximab ist ein monoklonaler IgG1-Antikörper, der spezifisch EGF-Rezeptoren blockiert und so das weitere Wachstum des Darmkrebses hemmen soll. Die Teilung der Tumorzellen würde damit unterbunden werden.
Nachsorge
Bei frühen Tumorstadien (T1/T2, N0) nach radikaler R0-Resektion bringen regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen in Anbetracht der geringen Rezidivrate und der günstigen Prognose keinen prognostischen Gewinn. Eine Koloskopie nach zwei und fünf Jahren dient der Früherkennung von Zweittumoren. Bei Patienten nach kompletter Tumorresektion mit höheren Stadien (T3/T4, N1/N2) sollte eine regelmäßige Nachsorge in Absprache mit dem Hausarzt erfolgen, da bei rechtzeitiger Diagnose eines möglichen Rezidivs eine Reoperation möglich ist.
Folgende regelmäßige Nachuntersuchungen nach operativer Therapie des kolorektalen Karzinoms sind zu empfehlen:
|
UNTERSUCHUNG |
MONATE |
||||||
|
|
6 |
12 |
18 |
24 |
36 |
48 |
60 |
| Anamnese, körperliche Untersuchung, CEA |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
Abdomen-Sonographie |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
+ |
Röntgen-Thorax |
|
+ |
|
+ |
+ |
|
+ |
Koloskopie (*) |
|
|
|
+ |
|
|
+ |
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(*) Nach dem 5. Jahr alle 3 Jahre Koloskopie |
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Tabelle_1: Nachsorgeempfehlung bei Patienten mit kolorektalen Karzinomen
Prognose
Die Prognose des Kolonkarzinoms ist abhängig vom Stadium und wird nach der TNM-Klassifikation oder nach UICC eingeteilt:
|
UICC |
5-Jahres Überleben |
|
Stadium I |
~ 85 % |
| Stadium II |
~ 70 % |
| Stadium III |
~ 40 % |
| Stadium IV |
~5 % |
Tabelle_2: Abhängigkeit des 5-Jahresüberlebens vom UICC-Stadium.

