Chirurgie des Dickdarms
Diagnostik
Die übliche präoperative Diagnostik vor kolorektalen Eingriffen umfasst neben Standarduntersuchungen vor allem die kardiopulmonale Einschätzung des operativen Risikos. Neben Anamnese und sorgfältiger klinischer Untersuchung des Abdomens einschließlich einer digital-rektalen Untersuchung kommt der endoskopischen Diagnostik die größte Bedeutung zu. Die Endoskopie kann neben der exakten Lokalisation des Befundes mittels Biopsie zur Diagnosesicherung und Indikationsstellung entscheidend beitragen. Des weiteren sollten beim Verdacht auf maligne Erkrankungen zum Tumorstaging eine sonographische Untersuchung des Abdomens sowie in begründeten Fällen eine Computertomographie des Abdomens und des Thorax durchgeführt werden. Ein Hämokkult-Test kann zur Erfassung okkulter Blutbeimengungen im Stuhl durchgeführt werden. Tumormarker-Bestimmungen sind obligat nach chirurgischer Therapie zur Verlaufskontrolle und zur frühzeitigen Erfassung von Tumorrezidiven. Präoperativ erhöhte CEA-Werte normalisieren sich nach kurativer Operation. Bei primär negativem CEA kann CA19-9 (Normalwert bis 40 U/ml) als zusätzlicher Marker herangezogen werden.
Tumore des Enddarms (Rektumkarzinome) sind definiert als Karzinome mit einer Lokalisation bis maximal 16 cm ab ano. In unserer Abteilung wurden in den letzen 10 Jahren etwa 350 solcher Karzinome operativ versorgt. Das entspricht etwa einem Drittel aller bei uns behandelten malignen Darmtumoren.
Bei der Operationsvorbereitung ist eine mechanische Darmreinigung und Keimzahlminderung entscheidend. Diese wird am besten durch eine orthograde Darmspülung vor der Operation erreicht. Durch die orthograde Darmspülung und die perioperative Antibiotikaprophylaxe konnte die postoperativen Wundinfektionsrate bei kolorektalen Eingriffen von über 30% auf 5-8% gesenkt werden. Eine gute präoperative Diagnostik und Darmvorbereitung erlaubt zumeist eine Dickdarmresektion mit direkter Passagewiederherstellung. Die Entscheidung über die Art einer operativen Therapie hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und sollte grundsätzlich auf der Basis einer histologischen Sicherung erfolgen. Über ein präoperatives Staging kann die Indikation für eine präoperative neoadjuvante Radiochemotherapie gestellt werden.
Präoperative Diagnostik
Wir führen zur weiteren Therapieplanung folgende Untersuchungen durch:
- komplette Darmspiegelung (Koloskopie) zur genauen Tumorlokalisation und Probenentnahme
- Sonographie des Abdomens zum Nachweis von Lymphknoten-/Lebermetastasen
- Röntgen des Brustkorbs (Thorax) zum Ausschluss von Lungenmetastasen
- Bestimmung der Tumormarker (CEA, CA19-9)
- Endosonographie des Rektums (Ultraschalluntersuchung vom Darmlumen aus, ermöglicht eine bessere Beurteilung von Tumor-Infiltrationstiefe und Lymphknotenbeteiligung)

Abbildung_1: Polyp im Colon descendens.

Abbildung_2: Breitbasig aufsitzendes Adenom des Colon ascendens.

Abbildung_3: Kolonkarzinom.
Als ergänzende Untersuchungen können durchgeführt werden:
- Computertomographie des Abdomens
- Kernspintomographie bei unklaren Befunden im Computertomogramm
- Zytoskopie oder gynäkologische Untersuchung

Abbildung_4: Endosonographie des Rektums.

