Dünndarm- und
Multiviszeraltransplantation
Entwicklung
Die erste erfolgreiche Dünndarmtransplantation (DTx) wurde im Rahmen einer Multiviszeraltransplantation (MVTx) im November 1987 in Pittsburgh, USA, bei einem Kind durchgeführt, das eine Cyclosporin A basierte Immunsuppression erhielt. Das Kind starb nach sechs Monaten an einem B-Zell-Lymphom. Im August 1988 führten schließlich Deltz und Mitarbeiter an der Universität Kiel die erste Lebendspende-DTx durch. Die Patientin überlebte 56 Monate mit einem über lange Zeit gut funktionierenden Transplantat. In der Folgezeit führten Grant et al. (London, Canada), Margreiter et al. (Innsbruck, Österreich), Williams et al. (Chicago, USA) und Goulet (Paris, Frankreich) mehrere DTx durch, allerdings meist im Rahmen von MVTx. Im weiteren nahm die Zahl der DTx kontinuierlich auf mittlerweile über 1.000 Transplantationen zu. Jährlich werden derzeit ca. 100-120 Transplantationen durchgeführt. Während das 1- und 3-Jahres-Transplantatüberleben vor 1991, d.h. vor der klinischen Einführung von Tacrolimus, bei ca. 30% bzw. 20% lag, wurden zwischen 1995 und 1997 bereits 1- und 3-Jahres-Überlebensraten von 60% und ca. 50% erreicht. Mittlerweile werden 1-Jahres Patienten- und Transplantatüberlebensraten von annähernd 70 – 85% berichtet. Die derzeitige Entwicklung erinnert an die rasche klinische Etablierung der Lebertransplantation nach der Einführung von Cyclosporin A.

